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Eigentlich wollte sie nur . . .
Datum: 18.04.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54
... hohe Treffgenauigkeit und perfektem Umgang mit dem Gewehr G3 aufgefallen. Auch mit der UZI und der Pistole P1 lag er weit über dem Durchschnitt und wurde von seinen Vorgesetzten entsprechend gefördert. Dann wurde er zu den Heeresbergführern nach Bad Reichenhall versetzt, wo er lernte sich im Gebirge zu bewegen und mit Mulis umzugehen. Am liebsten war er mit den Tieren im Freien bei längeren Übungen, wo Einfallsreichtum und selbstständiges Handeln gefragt war. Nach Ablauf der Zeit begann er an der Medienhochschule in München mit einem Journalistikstudium. In den ersten Jahren seines Journalistenlebens arbeitete er sich vom Lokalreporter zum Sportreporter und schließlich zum Spezialisten für ungewöhnliche Angelegenheiten empor. Sonderaufträge, Blitzreportagen und irgendwelchen Paparazzi-Scheiß. Irgendwann kam er zu dem Schluß, dass es besser wäre, sich selbstständig zu machen, damit er nicht jeden Mist zum bearbeiten bekam, sondern sich seine Aufträge selber aussuchen konnte. Also kündigte er bei seiner Zeitung, um als freier Fotoreporter sein Geld zu verdienen. * Er war schon in der ganzen Welt unterwegs gewesen, hatte sich heimlich über den Himalaya mit tibetanischen Führern und Mönchen von Indien nach Tibet aufgemacht und dort Dinge fotografiert, die ihn nach deren Veröffentlichung nicht gerade zum Freund der chinesischen Behörden stempelten. Versteckte Drohungen und Andeutungen, auch von der eigenen politischen Seite, waren noch das geringste, was ihm ...
... zugetragen wurde. Aber er hatte auch Freunde unter den Oppositionellen, gerade in Hongkong, Tibet und Afghanistan. Er dokumentierte Missstände in Nord- und Südafrika und prangerte sie an, aber auch in Europa und Amerika deckte er Dinge auf, über die maßgebende Personen am liebsten das Mäntelchen des Schweigens ausgebreitet hätten. Er hatte ein Talent dafür, den verantwortlichen Personen auf die Füße zu treten, sie zu provozieren und ins Rampenlicht zu zerren und hatte sich so schon einige Feinde gemacht. Wenn er einmal eine Spur aufgenommen hatte, dann lies er nicht mehr locker, bis er sein Ziel erreicht hatte. Mehr als ein Rücktritt politisch Verantwortlicher und sogar von Ministern kam auf sein Konto, als die trotz aller Unschuldsbeteuerungen und falscher Aussagen sich nicht mehr aus der Affäre ziehen konnten und Verantwortung für ihre ungesetzlichen Taten übernehmen mussten. In einigen Ländern, die er massiv kritisiert und angeprangert hatte, war er zur "Persona non grata" erklärt worden und ein Einreiseverbot war gegen ihn ausgesprochen worden. Aber sein letzter Auftrag in Indien hatte das Fass zum Überlaufen gebracht. Er sollte die Lebensumstände der unteren Bevölkerungsschichten dokumentieren und hatte in Mumbai angefangen, nach geeigneten Motiven zu suchen und diese festzuhalten. Das Elend, das ihm dort begegnete, erschütterte in zutiefst. Als er sah wie dort Erwachsene und Kinder hausten und dahinvegetierten, brach in ihm der Glaube an die Menschheit zusammen. Es war ...