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Eigentlich wollte sie nur . . .
Datum: 18.04.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54
... ihm geholfen, hier auf Vanuatu ein neue Existenz zu gründen, sie hatten ihm neue Papiere und einen lückenlosen Lebenslauf verpasst. Die Landessprache Bislama konnte er schnell erlernen, da sie auf dem Englischen basierte, mit einigen Anleihen aus dem Französischen. Damit er etwas zu tun hatte, übersetzte er Texte aus dem Englischen ins Bislama, aber auch Schriften mit Hindi, Urdu und Mandarin. Diese Aufträge kamen meist von Wu Chi-Lai, der in dieser Beziehung Robert mehr zutraute als seinen firmeneigenen Dolmetschern. Aber er war ein Einsiedler geworden, der niemandem mehr vertrauen konnte, außer ein paar engen Freunden. * Robert hatte seine Füße im warmen Sand vergraben. Die Wellen rollten den Strand hinauf und ein leichter Wind lies die Palmen leise rauschen. Er erschrak fast zu Tode, als sich plötzlich zwei Hände von hinten auf seine Augen legten und es dunkel wurde. Er hatte nicht gehört, dass sich ihm jemand genähert hatte. Durch das Sinnieren, das monotone Plätschern der Wellen und das sanfte Rauschen des Windes war er zu sehr abgelenkt gewesen. Hatten ihn seine Feinde aufgespürt? Und warum waren es Frauenhände, die sich über seine Augen gelegt hatten und ihm die Sicht nahmen? Und dann umwehte ihn ein Duft, den er nur zu gut kannte. Marlies!!! Wie um alles in der Welt kam sie hierher, wie hatte sie ihn gefunden? Er kniete sich hin, drehte sich und da sah er sie. Sie war es wirklich. Es war, als ob ein Blitz in ihn einschlug. Sie war ...
... tatsächlich da. Sie war real und er liebte sie genau noch so sehr, wie an dem Tag, an dem sie sich getrennt hatten. Marlies warf sich in seine Arme und dann brachen bei den beiden alle Dämme. Sie küssten sich zuerst wild, dann immer zärtlicher und intensiver. Tränen liefen beiden über die Wangen und es dauerte lange, bis sie sich wieder beruhigt und gefangen hatten. Sie hatten sich nicht losgelassen und klammerten sich aneinander, als wollten sie sich sicher sein, dass auch alles wahr sei und keine Einbildung. „Verzeih mir Rob, dass ich erst jetzt komme, aber ich habe einfach so lange gebraucht, bis mir klar war, dass ein Leben ohne dich nicht das ist, was ich wollte. Werner und ich sind geschieden. Stell dir mal vor, es war eine Frau, eine Redakteurin von seiner Zeitung, weswegen er so gerne auf der Arbeit war. Er hatte seit Jahren ein Verhältnis mit ihr gehabt und nur der dumme Zufall, dass Beate ihn und sie auf dem Wochenmarkt in Freiburg Händchen haltend erwischt hatte, hat mir schließlich die Augen geöffnet. Ich dämliche Kuh habe mich so lange hinters Licht führen lassen. Das hat mir den Rest gegeben und dann habe ich die Sache ins Rollen gebracht. Sollen sie glücklich werden. Die Kinder sind außer Haus und der Hof ist verkauft, denn ohne dich wollte ich nicht mehr dort sein. Schweren Herzens, denn es war der Hof meiner Eltern gewesen. Es hat mich nichts mehr im Schwarzwald gehalten. Beate hat mich in dieser schweren Zeit aufgefangen und mir geholfen, nach dir zu suchen. Und ...