-
Der Schmied aus Intal Kapitel 26/28
Datum: 24.04.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor
... Wohlgeformte Brüste ragten mir entgegen, fast zu groß für meinen Geschmack. Ihre Becken waren fraulich breit. Seltsamer waren ihre Gesichter. Es war keine Regung in ihnen zu erkennen. Ausdruckslos und kalt waren ihre Minen, ihre Augen starr. Zu zweit nebeneinander kamen sie näher, teilten sich vor mir auf und wenige Augenblicke später, standen sie um mich herum. Zuerst passierte nichts. Ich staunte über die üppigen Maße und musterte sie eingehend. Ich erkannte, dass ihre Farben nicht nur verschieden waren, sondern langsam wechselten. Ohne Vorwarnung, auf ein wohl geheimes Signal hin, stürzten sie sich auf mich. Ein mitgebrachtes Seil wurde ausgerollt und ich wurde verschnürt. Sich zu wehren war bei dieser Übermacht sinnlos. Ich versuchte es, doch sie waren kräftiger als ich dachte. Eingewickelt wie in einen Kokon, hoben sie mich hoch und trugen mich zum Boot, mit dem wir zum Schiff fuhren. Hier wurde ich an Bord gehoben und dort angekommen, übernahmen mehr von ihnen die Beute. Ich war kein Gefangener, sondern war etwas wie ein geborgenes Stück Strandgut, was von Wert zu sein schien. Hier hörte ich das Lachen deutlicher, was ich von der Insel her kannte. Es kam aus dem Bauch des Schiffes. Mehrere verschiedene Stimmen waren beteiligt. Es wurde lauter, als ich unter Deck getragen wurde. Helles Licht blendete mich und ich konnte nicht alles erkennen. Als die Helligkeit nicht mehr wehtat, konnte ich mich umsehen. Einige wie in flüssiges Silber getauchte Frauen saßen ...
... auf weichen Kissen herum, aßen und tranken Dinge, die ich vorher noch nie gesehen hatte. Mir unbekannte saftige Früchte waren zu sehen und Getränke in jeder Farbe in hohen Glaspokalen. Sie saßen um ein erhöhtes Podest, auf dem eine Art Thron stand, der von einer goldfarbenen Frau besetzt war. Einige von ihnen sangen ein süßes Lied, andere unterhielten sich, als wir eintraten. Es wurde sofort ruhig und alle starrten mich an. Ich wurde durch den Raum getragen und vor dem Podest auf weiche Kissen gelegt. Danach drehten sich die Trägerinnen um und stellten sich in einer Reihe an die Bordwand. Mindestens zwanzig neugierige Augenpaare sahen mich an. Die bedrückende Stille wurde unerwartet durch ein leises Singen unterbrochen, das von allen Richtungen gleichzeitig auf mich eindrang. Ich versuchte mich verständlich zu machen, doch meine raue, dunkle Stimme passte nicht dorthin und zerstörte den Wohlklang des Sprachgesangs. Also ließ ich es bleiben, wie es aussah, verstanden sie mich nicht. Eine der silbrigen Frauen bewegte sich und hielt mir einen Pokal an die Lippen. Ich trank die süße, grünliche Flüssigkeit die einen wohligen Schauer über meinen Rücken laufen ließ. Sofort fühlte ich mich leicht und sorglos, jedoch nicht wie bei Alkohol. Es war anders, die Sinne wurden verstärkt. Ich glaubte besser sehen und hören zu können und meine Haut empfindlicher, gefühlvoller. Meiner Fesseln war deutlich zu spüren, jede einzelne Faser konnte ich fühlen, jedes Gefühl von Schwere ...