1. Das Bangkok Syndikat


    Datum: 26.12.2018, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78

    ... und Mittelfinger ihrer rechten Hand, um ihren Worten Nachdruck zu verleihen.
    
    Christian verstand. Drei Tage als ... er suchte vergebens nach einer passenden Bezeichnung für ihren Beruf ... und sie hatte mehr verdient, als mit einer regulären Arbeit in einem ganzen Monat.
    
    „Willst du jetzt gehen?"
    
    Christian sah auf sein ausgetrunkenes Bier, dann auf ihren halb vollen Cocktail. Er hatte so gar keine Vorstellung davon, wie der Abend für ihn weitergehen könnte.
    
    „Wenn ich ehrlich bin, weiß ich es nicht."
    
    Sie legte noch einmal ihre Hand auf seinen Oberschenkel.
    
    „Möchtest du mit mir ein wenig spazieren gehen? Ich kann dir hier gerne alles zeigen."
    
    Er zögerte, ihr drängender Blick verunsicherte ihn.
    
    „Ich würde gerne an den Strand gehen. Ist das okay für dich?"
    
    Sie sah ihn erstaunt an.
    
    „Okayyy. Können wir auch machen."
    
    Er bog in die falsche Richtung ab, lachend hielt sie ihn zurück.
    
    „Hier lang, Christian. Das ist die falsche Richtung."
    
    Suchend sah er sich um und musste sich eingestehen, dass er jegliche Orientierung verloren hatte. Sie nahm ihn bei der Hand, schenkte ihm ein Lächeln und zog ihn hinter sich her durch ein Gewühl aus Menschen und Fahrzeugen. Hupen, das Dröhnen von Musik, Lachen, Schreien ... der junge Mann war froh, als er die Uferpromenade erblickte und der Lärm begann, langsam hinter ihnen zu verebben.
    
    „Komm mit! Ich kenne einen guten Platz."
    
    Sie ließ ihn nicht los und führte ihn an seiner Hand weiter ein Stück den Strand ...
    ... entlang. Erst jetzt wurde ihm ihre Figur bewusst, die, vom Kleid stark betont, unglaublich attraktiv auf ihn wirkte. Er spürte Erregung in sich aufsteigen und versuchte sich dagegen zu wehren, doch er fühlte die Kraft seines Gewissens und die mahnenden Vorbehalte schwinden. Sie aber zog ihn weiter, über einen schmalen Steinweg hinweg, hinter sich her, welcher den Strand zur Stadt hin abgrenzte.
    
    Einige große Felsen reichten ins Wasser, sie schienen Noris Ziel zu sein. Sie ließ ihn los, begann, ihre Stiefel auszuziehen, und forderte ihn lachend auf, es ihr mit seinen Schuhen gleichzutun. Barfuß ging es über den weichen Sand weiter, bis sie nach einigen hundert Metern die Felsen erreicht hatten.
    
    Christian konnte gut klettern. Er war viel sportlicher, als es den Anschein hatte. Schnell hatte er die flache Oberseite der großen Steine erklommen und half Nori, ihm zu folgen. Er hörte, wie sich das anbrandende Meer an den Felsen brach und mit welcher Gewalt die nächste Welle heran dröhnte. Es war ihm so, als ob ein Kampfjet dicht über ihre Köpfe hinwegdonnerte.
    
    „Dort vorn können wir uns setzen."
    
    Nori zeigte ihm eine Stelle, welche schon weit ins Meer hineinragte, aber nicht mehr von der aufspritzenden Gischt erreicht werden konnte.
    
    „Das ist Wahnsinn!"
    
    Der junge Mann war begeistert. Er war bisher nur am Mittelmeer und an der Nordsee gewesen, doch das hier war etwas ganz anderes. Die Wellen erschienen ihm viel höher, alles so viel mächtiger und erhabener zu sein.
    
    Die ...
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