1. Hinter Klostermauern 03


    Datum: 29.12.2018, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: byBrillenschlumpf

    ... eine Auswahl treffen, nahm sie sich vor. Und zwar dergestalt, dass sie die offensichtlichen Nichtjungfrauen, die Freundinnen der Kerze wie sie sich nannten, von Vornherein aussonderte. „Woran denkst du Schwester Oberin?" „An die Freundinnen der Kerze." „Aha, und du glaubst so was gibt es im Internat?" „Hast davon noch nichts gehört? Ich kann dir sagen,...Ich weiß es aus meiner eigenen Schulzeit." „Ah ja. Und warum machen wir nicht selber eine Vorausscheidung? Ich meine, bevor der Bischof?" „Nein, das machen wir sicher nicht. Peinlich genug, wenn es zur Untersuchung durch den Bischof kommt." „Meinst er wird es richtig untersuchen?" „Na so wie er es schreibt." „Und wenn ich Atteste auf medizinscher Basis so ausstellte?" „Esmeralda! Es ist ja lieb gemeint, aber du sollst nicht lügen." „Ja ich weiß Schwester Oberin, ich versprech es nicht zu tun."
    
    Natürlich traf die Oberin eine Vorauswahl unter den Schülerinnen der Abiklasse. Die etwas mehr als die Halben, die sie auswählte und die offensichtlich sexuell aktiv waren, wurden zu einer längeren Exkursion geschickt. Nun konnte der Bischof kommen.
    
    Dem war als er in der Limousine saß und dem Kloster zu fuhr, nicht mehr ganz so wohl. Mit jedem Kilometer, dem er der alten Burg näher kam, steigerte sich sein Unbehagen. Und alles, was er sich so schön und so nötig vorgestellt hatte kam ihm immer unseliger vor. Schließlich flüchtete er in einen Rosekranz, den er lautlos vor sich hin murmelte. Die eintönige immer wiederkehrende ...
    ... Wiederholung des gleichen Textes beruhigte ihn ein wenig.
    
    Die Begrüßung im Kloster war gut gemeint. Allerdings konnte man die Nervosität der Oberin angesichts der anstehenden Prüfungen greifen. So kam trotz des Tees, den Theresa zur Begrüßung servieren ließ keine rechte Herzlichkeit auf. So schlug Theresa nachdem die Vorgangsweise geklärt war vor, dass der Bischof erst mal sein Zimmer beziehen sollte und sich von den Strapazen der Reise erholen. Das Turmzimmer war, wie der Name schon sagt im größten Turm des Schlosses, fern vom Schulbetrieb, dass der hohe Gast auch nicht gestört würde und fern von den lärmenden Schülerinnen. Allerdings war es genau so fern von den sanitären Einrichtungen.
    
    Schwester Abigail führte den hohen Gast. Der Bischof schnaufte und keuchte recht, als er die steile Treppe erklomm. Er nahm sich fest vor, mit der Oberin über sein Zimmer zu sprechen. Solch eine Tortur, wenn er sich zur Ruhe begeben wollte, das war ja absolut unerträglich. Allerdings sagte er sich, die Schwester Oberin würde schon ihre Grunde haben, ihn am Turm einzuquartieren. Er verdrehte zwar etwas die Äuglein, aber ergeben schickte er sich drein so ein abgelegenes Zimmer zu haben. Dabei stand ihm vor Augen, dass er die Treppe wohl mehrmals am Tag zu erklimmen haben würde, denn nach der Frühmesse und ganz speziell nach dem Mittagessen brauchte der Bischof seinen Schlaf. Wie er so hinter Abigail die Treppe hinauf stieg, nahm er sich ganz fest vor in der Zukunft den Braten und vor allem den ...
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