1. Hinter Klostermauern 03


    Datum: 29.12.2018, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: byBrillenschlumpf

    ... Kuchen nicht mehr so uneingeschränkt zu zusprechen. Na ja er aß halt für sein Leben gern und so hatte er ziemlich einige der Kuchen mit sich herum zu tragen.
    
    Dass Schwester Abigail ihre Kutte geschürzt hatte um sich auf der Treppe nicht selber drauf zu steigen, dabei ein paar stramme Waden zeigte, bemerkte er nicht. Er war zu sehr beschäftigt, die Höhe zu erreichen, und selber auf seine Schritte zu achten. Es entging ihm völlig, dass Abigail eine absolut ansehnliche Frauensperson war. Sie war zu diesem Dienst befohlen, weil sie nett an zu sehen war und weil sie, es ist ja schon erwähnt worden, kein Problem hatte mit der Fitness. Dazu kam, dass sie aus dem ländlichen Raum stammte, was nach Meinung der Schwester Oberin von Vorteil war.
    
    Endlich hatten die beiden die schmucke Stube erreicht. Drei Seiten hatten Fenster und erlaubten einen umfassenden Blick in die Umgebung des Schlosses. Dabei war der Zugang zum Zimmer an der vierten Wand, die auch kein Fenster hatte. Man hatte darauf verzichtet, denn da wäre nur der Wald zu sehen gewesen. Direkt vor dem Fenster war ein Betstuhl aufgestellt, man hatte zwar nicht den gekreuzigten vor Augen, wie das sonst üblich war, dafür aber Gottes herrliche Schöpfung. Die schöne Aussicht versöhnte den Bischof. Er ließ sich sogar zu einem Ausruf der Freude hinreißen. Abigail registrierte, dass der hohe Herr mit der Wahl der Oberin zufrieden war. Sie hatte Auftrag alles zu berichten, und das war mal eine gute Nachricht. Nicht dass es Abigail ...
    ... bewusst gewesen wäre, dass die Oberin dringend gute Nachrichten brauchte.
    
    Nun tat der Tee von Esmeralda seine Wirkung und den Bischof drückte die Blase. Als moderner Mensch, konnte er sich nicht vorstellen, dass man sanitär in der alten Burg nicht wirklich auf dem letzten Stand war. Na ja das Turmzimmer war zwar immer wieder mal in Diskussion gewesen, wenn es um Wasser- und Abwasserversorgung gegangen war, aber immer waren andere Dinge wichtiger gewesen. „Wo ist denn die Toilette meine Tochter?" fragte der Bischof, hoffend, dass einer der Kästen neben der Tür sich als stilles Örtchen entpuppen würde. „Eminenz, die Toilette die ich euch empfehlen soll ist die im Bereich des Internats. Sie ist am Besten ausgestattet." „Näheres gibt es nicht?" „Doch in der Klausur gibts eine. Ist allerdings nur ein Plumpsklo!" erklärte Abigail. „Na und hier? Ich meine, das ist alles recht weit entfernt oder?" „Ja ist weit!" gab Abigail unumwunden zu. „Deswegen hat Schwester Oberin für die Nacht einen Nachttopf bereitstellen lassen!" Damit öffnete Abigail einen der Kästen. Der Nachttopf den sie hervor zog, war zwar wunderschön mit allen möglichen Verzierungen und toller Glasur aber ein Ungetüm.
    
    Der Druck auf der Blase wurde stärker. Er überlegte sich die Wege und entschloss sich von dem nützlichen Gefäß Gebrauch zu machen. Dann überlegte er wie der Gebrauch zu bewerkstelligen wäre. Besonders zwei Dinge waren es, die ihm nicht gefielen. Einerseits war da die Kutte und zum anderen sein Bauch. ...
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