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Schillers Faust 01
Datum: 05.01.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byhankathi
... in den letzten Jahren meiner sich dem Ende entgegen neigenden Ehe mit Anne fast gar keine Rolle mehr gespielt hatte. Offenbar hatte die Erkenntnis, nicht mehr an diese Frau gebunden zu sein, meine tot geglaubte Libido reanimiert. Und das war auch ein Grund, weswegen ich lieber alleine im Abteil blieb: Mehr als einmal war es schon vorgekommen, dass ich mit einer prächtigen Erektion aufgewacht war. Einerseits war das erfreulich, zumal es dazu im Alltag meiner gescheiterten Ehe eigentlich nur noch gekommen war, wenn ich unter Zuhilfenahme pornografischen Filmmaterials meine Sexualität in die eigenen Hände genommen hatte, aber andererseits fand ich es nicht unbedingt erstrebenswert, im vollbesetzten Abteil des Pendlerzugs schlafend eine Riesenbeule in meiner Anzughose zur Schau zu stellen. An diesem Morgen geschah das nicht. Zumindest noch nicht. Stattdessen erschien mir ein Engel. Als mich beim Stopp an der nächsten Haltestelle das Kreischen der Bremsen aus meinem Schlummer riss und ich die Augen öffnete, saß mir gegenüber das Mädchen mit dem weißen Kleid. Auf den ersten Blick schätzte ich sie auf Anfang bis Mitte Zwanzig. Sie blickte aus dem Fenster in die Sonne, die sie in gleißendes Licht tauchte. Ihr in der Mitte gescheiteltes Haar war glatt und lang und strahlte in einem fast unnatürlich hellen Blond. Durch ihre zarte, makellos blasse Haut waren hier und da bläuliche Adern zu erahnen, so dass sie fast durchsichtig zu sein schien. Ihr luftiges, wadenlanges Sommerkleid ...
... wurde von Spaghettiträgern gehalten. Das glatte Dekolleté und die Wölbungen des dünnen Stoffs ließen auf kleine, spitze Brüste und die Abwesenheit eines Büstenhalters schließen. Das Kleid war recht weit, sodass mir genauere Einschätzungen ihrer Figur schwer fielen, aber sie schien mir eher schmal und zierlich gebaut zu sein. Ihre Waden und Fesseln waren jedenfalls schlank und wohlgeformt, nur an ihren Füßen irritierte mich etwas. Es dauerte ein paar Augenblicke, bis ich darauf kam, was: Sie war barfuß. Als ich die Augen wieder nach oben wandern ließ, fiel mir auf, dass sie offenbar außer diesem dünnen Kleidchen überhaupt nichts trug: keine Schuhe, keinen Nagellack, keinen Schmuck. Vor allem keinen Ehering. Ihre feingliedrigen Hände lagen auf ihren Oberschenkeln, aber meine Blicke glitten genau dazwischen und verweilten für einen Moment in ihrem Schoß. Für einen Moment genoss ich die Vorstellung, dass sie auch dort unter dem zarten, weißen Gewebe nichts anhatte. Meine Vermutung - na gut, ich sollte ehrlicherweise sagen: Hoffnung - wurde bestätigt, als sich der Zug wieder in Bewegung setzte. Im hereinströmenden Fahrtwind schmiegte sich für einen Augenblick das Kleid glatt an den schlanken Körper des Mädchens, und unter dem dünnen Stoff zeichnete sich nichts ab außer einem stark ausgeprägten Venushügel. Ihre kleinen, kecken Brüste trugen erbsengroße, stolz nach oben zeigende Brustwarzen, umgeben von Höfen, die kaum größer als bei einem Mann und um Einiges dunkler als ihre ...