1. Schillers Faust 01


    Datum: 05.01.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byhankathi

    ... blasse Haut sein mochten.
    
    Ohne es zu wollen, schloss ich für einen Moment nur, eine Sekunde vielleicht, die Augen und atmete unwillkürlich tief durch. Ich versuchte, mir einzureden, dass mich dieser nymphenhafte Typ Frau noch nie interessiert hatte, nicht interessieren durfte. Dass ich nur reifere, kurvigere Frauen begehrte. Aber das war offensichtlich nicht die ganze Wahrheit. Ich trug zwar immer noch meine Sonnenbrille und hoffte, dass die meine begehrlichen Blicke verbarg, denn was ich hier tat, war kein interessiertes Betrachten, sondern geiles Stieren. Ich ermahnte mich dennoch streng, die Musterung abzubrechen, bevor sie mich, der ich mit meinen 45 Jahren bestimmt doppelt so alt wie sie war, für einen sabbernden Lustgreis halten würde. Offenbar war meine Ermahnung an mich selbst nicht streng oder nicht früh genug. Die Bahn beschleunigte, und der zunehmende Fahrtwind wirbelte die Haare des Mädchens umher. Ein Luftzug fuhr unter ihr Kleid und bauschte es auf. Es war mir nicht möglich, den Impuls zu unterdrücken, und sofort tasteten sich meine Augen wieder zwischen ihre Beine in der Hoffnung, vielleicht einen Blick auf ihre Scham erhaschen zu können. Zu meinem Pech -- oder Glück? -- lagen ihre Hände immer noch auf den Oberschenkeln und hielten den Stoff an Ort und Stelle. Teils um mich abzulenken, vor allem aber aus dem albernen Wunsch heraus, mich vor ihr und mir ritterlich zu zeigen, löste ich mich von ihrem Anblick und erhob mich, um das Fenster zu schließen.
    
    Auf ...
    ... halbem Weg in die Vertikale verriet mir die Reibung meiner Hose, dass das einzig Ritterliche an mir meine gezückte Lanze war. Ich musste feststellen, dass die Abwesenheit einer Unterhose in Verbindung mit einer weiten, leichten Leinenhose dem Träger wenig und der Betrachterin viel Rückmeldung über den Zustand der Füllung liefert. Oder einfacher gesagt: Mein Penis war, von mir unbemerkt, steif geworden, und wenn ich jetzt vollends aufstünde, hielte ich meiner aus dem Fenster schauenden Reisebegleiterin die Beule in meiner Hose direkt vor die Nase. Halb stehend, mich lächerlich verrenkend, schaffte ich es, das Fenster bis auf einen handbreiten Spalt hochzuschieben, dann ließ ich mich schnellstmöglich wieder in meinen Sitz fallen und schlug die Beine übereinander. Jeden Blickkontakt vermeidend, holte ich in der Hoffnung, ich könnte mich ein bisschen ablenken oder zumindest dahinter verstecken, das Tablet aus meiner Tasche. Während das Gerät in meiner Hand hochfuhr, fuhr das in meiner Hose zum Glück ein bisschen herunter.
    
    Ich legte die Sonnenbrille beiseite und versuchte, mich auf den Text zu konzentrieren, den ich heute vor einer Gruppe von neuen Mitarbeitern vortragen wollte. Allerdings kannte ich den schon beinahe auswendig, sodass meine Gedanken abschweiften und ich mich zu fragen begann, ob und wenn ja, was das Mädchen bemerkt haben mochte. Außerdem ließ mir der Gedanke keine Ruhe, dass ich ihren faszinierenden Körper zwar mehr als eingehend betrachtet, aber mir noch gar ...
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