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Geliebter Dämon 15: Das Alte Böse
Datum: 09.01.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byPhiroEpsilon
... er mir vielleicht auch nur eine wichtige Information geben konnte, die mich überleben ließ. Dieser Azathoth war angeblich der Älteste, Größte und Mächtigste — ich konnte die Großbuchstaben richtiggehend hören — aller Dämonen, die das gesamte Universum beherrschten. Ein Unterdämon war ihm wohl vor ein paar tausend Jahren ausgebüxt und hatte sich die Erde als seine private Spielwiese ausgesucht. Dieser war wohl der erste Sukkubus gewesen, denn er hatte seine Macht dadurch erhalten, dass er die Menschen manipuliert und ihre Energie dafür verwandt hatte, sich vor seinem Ex-Boss zu verstecken. Doch der ÄGM hatte seine unendlichen Geistesgaben eingesetzt — nachdem er Jahrtausende gebraucht hatte, um zu merken, dass der namenlose Unterdämon abgehauen war — um die Rückeroberung der Erde in die Wege zu leiten. Er hatte einen Unter-Unterdämon so manipuliert, dass dieser selbst ihm ein "Gefäß bereitete", welches ihm erlaubte, auf die Erde zu kommen. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich mit diesem Gefäß gemeint war. Nach meiner Geburt machte er sich dann also auf den Weg. Einen seiner niedrigsten Dämonen — Lutz? — hatte er vorausgeschickt, um das Gefäß so zu manipulieren, dass es bei seiner Ankunft bereit war, von ihm gefüllt zu werden. O-kay. "Die unendliche Klugheit des Ältesten, Größten und Mächtigsten aller Dämonen hat dafür gesorgt, dass das Gefäß zu jedem Zeitpunkt unter seiner Überwachung war, ohne es zu bemerken." Er streckte die Hand in meine ...
... Richtung aus. "Dämon Taratael Suul Korotial, komm zu mir!" Das hatte er wieder in dem Kommandoton gesagt, mit dem er mich am ersten Abend getestet hatte. Meine Kleidung begann sich zu bewegen. Das "Kleid" und die Schuhe glitten von mir herunter und vereinigten sich. Ein Kopf bildete sich, zwei schwarze Augen blickten mich an. Ja, prima! Ich hatte die ganze Zeit einen Dämon mit mir herumgetragen, der meine Gedanken lesen konnte. Er senkte den Kopf, und sein "Gesichts"ausdruck veränderte sich. Jetzt wirkte er plötzlich wie ein trauriges Hündchen. Und genauso rieb er seinen Kopf an meinem Unterschenkel und blinzelte mir zu. Häh? Dann wandte er den Kopf von mir ab und glitt durch die Gitterstäbe. Was war das nun schon wieder? Auch Lutz' ganze Theatralik schien mir so übertrieben, dass ich echt Schwierigkeiten hatte, mich in Gefahr zu fühlen. Aber das sollte ich wohl. "Genieße die letzten Stunden, in denen du einen freien Geist hast. Schon bald, wird Azathoth dich versklaven und deine dunkle, sündenverseuchte Dämonenseele dazu benutzen, seine Macht allem Lebenden auf der Erde zu beweisen." Er hob Taratael auf, drehte sich um und verschwand im Dunkeln. Also der letzte Satz war jetzt so schrecklich, dass ich fast gekichert hätte. "Dunkle, sündenverseuchte Dämonenseele." Pah! Das war ja noch übertriebener und schlichtweg falsch. Meine Seele kam ja schließlich von meiner Engel-Mutter und nicht von meinem Dämonenvater. Meine schlimmste Tat war es gewesen, einen ...