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Der Pornograf XI - 10
Datum: 09.01.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byrokoerber
... ging sie nochmals aufs Töpfchen. Um 11 Uhr konnten wir abfahren. Egon hätte allerdings beinahe seinen eigenen alten Fotokoffer aus seinem recht alten Golf vergessen. Den hatte er etwas seltsam hergerichtet. Ich erfuhr auch den Grund. Er bekam ihn sehr günstig, weil der Hund des Vorbesitzers die Rückbank stark angeknabbert hatte. Sie muss notfalls neu bezogen werden, aber Egon hat sie einfach ausgebaut, das gab eine große Ladefläche. Wir fuhren natürlich mit dem geliehenen Passat. Unsere Gäste waren allerdings merkwürdig still. Die immer aufmerksame, wohl weil sehr neugierige Lis, kam schnell dahinter, was war. Die beiden waren noch nie geflogen. Sie bat mich anzuhalten, dann stieg sie um nach hinten. Da war wohl eine ihrer Einführungsreden fällig. Wir waren viel zu früh auf dem Flughafen. Die Tickets hatte Lis bereits bestellt. Sie lagen am Informationsschalter der Alitalia. Sie war die einzige Airline die erste Klasse und einen Direktflug nach Neapel hatte. Alles klappte bestens. Auf dem Weg zur First Class Lounge kamen wir an einem der vielen zollfreien Läden vorbei. Er hatte Kameras. Sogar die neueste digitale Canon EOS D30. Egon war begeistert, als ich sie ihm mit Kreditkarte kaufte. Knappe €2500. Irgendwie war seine Flugangst vorbei, als wir endlich in die Lounge kamen. Er war vollauf damit beschäftigt, seine neue Kamera zu erforschen. Lis war mit Britta unterwegs, während wir die Kamera kauften. Natürlich mit ihrer privaten Kreditkarte. Als sie ...
... endlich ebenfalls in der Lounge eintrudelten, trugen beide je eine große Plastiktüte. Was sollte ich dazu sagen, ich kannte meine Frau zur Genüge. Sie ist zwar keine Schuhfetischistin, aber zur Mode hat sie einen besonderen Hang. Vieles, hauptsächlich Unterwäsche, bezog sie jedoch immer noch bei Willi. In der Lounge machten unsere Zwei einmal wieder große Augen, dabei war sie absolut nichts Besonderes, halt eine Gemeinschaftslounge mehrerer Fluglinien. Als wir dann aber aufgerufen und zum Flugzeug gebracht wurden, sah man doch wieder ein wenig Angst. Die legte sich auch kaum, als der Prosecco gereicht wurde. Dass First Class Sitze sehr viel bequemer sind als normale, bekamen sie wohl überhaupt nicht mit. Es muss schon über Süddeutschland gewesen sein, es gab ein zwar kleines aber feines italienisches Mittagessen, als unser Gästepaar so langsam wieder normal wurden. Britta wollte ein „Breedchen". Da ihr Egon höflich den Fensterplatz überließ, dazu klares Wetter herrschte, hörten wir auch öfter mal ein „gugge ma", was Lis, wir saßen hinter ihnen, veranlasste ebenfalls zum Fenster hinauszusehen. Allerdings fand sie nichts, was ihre Aufmerksamkeit erheischte. Vielleicht die Alpen, als wir sie erreicht hatten. Wir mussten allerdings doch öfters lächeln, denn Britta wähnte sich offensichtlich so allein in ihrer Reihe, dass sie nicht daran dachte, dass der Feind mithörte. Wir bekamen es aber sehr wohl mit, sie war es offensichtlich, die in der Familie die Hosen ...