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Ein Leben in Bedrangnis Neubeginn 08
Datum: 10.01.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byachterlaub
Vor Gericht Zerschlagen wachte ich an jenem 2. Januar schon vor dem Klingeln des Weckers auf und schlurfte langsam Richtung Bad. Die Flasche Wein des Vorabends hatte ihren Weg zur Blase gefunden. Es war eigentlich wie jeden Morgen. Aber etwas war anders, das spürte ich instinktiv. Als die Schlafanzughose hinabrutschte, fiel mir sogleich der große feuchte Fleck an der Vorderseite auf. Das war offensichtlich kein Urin. Denn als ich kurz darüber hinwegstrich, fühlte es sich ein wenig fest an. Ich muss wohl einen feuchten Traum gehabt haben. Bald beginnt das Wasser der Dusche zu rauschen. Es fegt nicht nur den Schweiß der Nacht hinweg. Das vom Schlaf noch verdunkelte Bewusstsein kommt langsam in Schüben zurück. Während mir das warme Wasser über Haare und Gesicht läuft, steigt die Erinnerung allmählich auf. Zuerst möchte ich kaum glauben, was ich im Schlaf erlebt habe. Aber so nach und nach, während das Wasserrauschen sich von einem fernen Klangschleier in eine reale Tonfolge wandelt, fügt sich Bild an Bild zu einem Film meines Traumerlebnisses. Ich stehe vor Gericht. Als erstes fällt mir die Staatsanwältin auf. Obwohl sie diese schwarze Robe trägt, die die Statur ihres Leibes vollkommen verhüllt, erkenne ich in ihr eine durchaus attraktive Frau. Sie hat wunderschöne große dunkle Augen. Ihre vollen Lippen scheinen mir sehr sinnlich. Kurze blonde Haare lassen sie freundlich und zutraulich erscheinen. Bis ich die Anklage höre. Scharf und unerbittlich schleudert ihr ...
... Mund böse Worte unmittelbar an mich gerichtet hinaus. „Dem Angeklagten Denis usw. wird zur Last gelegt. Er hat sich schuldig gemacht der Dauergeilheit, der verbotenen Votzeleckerei und des Missbrauchs Älterer." So ein Quatsch, denke ich dabei. Das sind doch keine Straftaten. Nie würde ein zivilisierter Staat solches Verhalten bei Strafe verbieten. Was soll das überhaupt sein? Mit diesen Gedanken wende ich mich zur Seite. Neben mir sitzt meine Verteidigerin. Ich weiß das instinktiv. Aber ich kenne sie nicht. Und mir ist auch nicht bewusst, wie ich an sie gekommen sein soll. Aber sie muss begriffen haben, dass mich die Anklage verstört hat. Denn sie beugt sich zu mir hin und flüstert mir zu: „Denis, das mit der Dauergeilheit bedeutet, dass Sie sich mit erigiertem Geschlecht Frauen und jungen Mädchen genähert haben. Votzelecken ist verboten. Das mussten Sie doch wissen. In allen Zeitungen hat doch gestanden, dass solche Schweinereien nicht mehr erlaubt sind. Zwischen den Geschlechtern sind sexuelle Kontakte verboten, wenn die beiden mehr als zwei Jahre Altersunterschied aufweisen. Auch das hätten Sie beachten müssen. Wer dabei erwischt wird, muss mit Strafe wegen Missbrauchs Älterer rechnen." Ich kann die ganze Situation immer noch nicht recht erfassen. Aber der Anblick meiner Verteidigerin war mir schon ein Vergnügen. Die Haare leicht hochtoupiert, die Lippen rot und ein wenig lüstern geöffnet hätte ich mich schon gerne mit ihr vergnügt. Während ich noch so vor ...