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Ein Leben in Bedrangnis Neubeginn 08
Datum: 10.01.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byachterlaub
... mich hin sinniere, höre ich wieder die scharfe Stimme der Staatsanwältin. „Denis, Sie werden durch die Zeugen soundso (sie nennt merkwürdigerweise keine Namen) überführt werden. Ich frage mich nur, was für Zeugen das sein sollen. Dann bemerke ich einen merkwürdigen Blick, den die Staatsanwältin nach vorn zum Richtertisch wirft. Dort sitzt ein vielleicht 60-jähriger glatzköpfiger dicker Richter. Er schaut mich böse durch seine runde Nickelbrille an. Ich komme erst wieder zu mir, als die erste Zeugin aufgerufen wird. Das alles kommt mir immer noch so skurril, geradezu kafkaesk vor. Zu meinem Erstaunen erscheint Melanie, jenes junge frühreife Mädchen, das mich um einen Monatsscheck gebracht hat. Sie berichtet mit sichtlich gestelltem naivem Augenaufschlag. „Der Denis ist immer mit steifem Glied um mich herum gestreift. Er hat mich mit seinem Unterleib berührt. Dabei wollte ich doch nur Mathe lernen. Der hat absichtlich meinen geschlechtlichen Instinkt geweckt und ich musste dann mit ihm ins Bett." So ein Quatsch, denke ich dabei. Wie unnatürlich sie redet. Das war doch genau umgekehrt. Die lügt doch wie gedruckt. Und ich will aufspringen und empört dazwischenrufen. Aber es geht nicht. Ich schaffe es nicht, mich vom Stuhl zu erheben. Kein Laut verlässt meine Lippen. Schon erscheint die nächste Zeugin. Auch das Schulmädchen behauptet, ich hätte ihr am Kaffeetisch mein Glied erigiert dargeboten. Dasselbe erklärt Luna, diese wunderhübsche junge Frau, die ich nie ...
... hätte besudeln können. Da fällt mir plötzlich ein, dass ich mit jenem Schulmädchen nie etwas war. Ein intimer Kontakt fand doch nur in meinem Kopf statt. Das raune ich meiner Verteidigerin zu. Doch die schaut mich nur verständnislos an und meint: „Das ist egal. Das wird genauso bestraft." Ich bin vollends verwirrt und beginne mich schon zu fragen, welche Strafe mich wohl erwarten wird. Ohne meine Frage abzuwarten, lächelt mich meine Verteidigerin an und spricht: „Denis, das kann hart werden. Richte dich auf fünf Jahre mit Keuschheitgürtel in einem Kellerverließ ein." Daraufhin will ich wieder aufspringen und meine Wut und Verzweifelung hinausschreien. Ich will rufen: „Das ist doch alles Blödsinn. So etwas gab es früher einmal." Aber es gelingt nicht. „Halts Maul", brüllt da der Richter in den Saal. Ich bin empört. So spricht man nicht mit einem Angeklagten. Aber er fügt unter Gelächter der Zuhörer hinzu: „Solche Schweine wie Du (er sagt einfach Du) haben alles verwirkt. Jetzt wollen wir auch die anderen Zeugen hören." Es erscheint Elisa. Sie behauptet: „Denis hat sich unzüchtig an mir vergangen. Ich wollte mit ihm zusammen doch nur joggen. Aber er hat mir die Sporthose hinuntergezogen und mich an intimster Stelle geküsst. Sogar seine Zunge hat er benutzt. Er hat sie mir in die Scheide geschoben und mich unten mit seinem Speichel ganz nass gemacht." Auch das war schamlos gelogen. Ihr hatte das doch Spaß gemacht. Sie hatte mich sogar aufgefordert, noch intensiver in ...