1. Thao 22


    Datum: 18.02.2021, Kategorien: BDSM Autor: bySena78

    10. Zu Hause
    
    Thao und Karl waren schon vor einigen Stunden nach Hause gekommen. Karl hatte sich ins Wohnzimmer zurückgezogen, sich Kopfhörer über die Ohren gesetzt und grübelte vor sich hin. Thao ließ ihn in Ruhe, er wollte in solchen Momenten ihre Gesellschaft nicht und blieb lieber mit sich allein. Zunächst hatte sie dies nicht akzeptieren wollen, doch mittlerweile wusste sie, dass er zu ihr kam, wenn er sich wieder gefangen hatte. So stürzte sie sich jetzt über die Wäsche, putzte die Küche und bezog die Bettwäsche neu, welche sie sich zusammen mit einem neuen Doppelbett gekauft hatten. Sie hatten sich schon oft scherzend als Ehepaar bezeichnet und tatsächlich war diese Sicht gar nicht so verkehrt.
    
    Immer wieder staunte die Punkerin über sich selbst, wie sehr ihr dieses klischeebehaftete Leben behagte. Sie fühlte sich einfach wohl in diesem Haus, eigentlich schon vom ersten Tag an.
    
    Thao griff in das Wäschestück, krempelte es um und griff nach den Zipfeln der Decke. Sie war geschickt und es ging ihr leicht von der Hand.
    
    „Möchtest du was essen?"
    
    Das Mädchen zuckte zusammen und ließ die Decke fallen.
    
    „Scheiße!"
    
    Sie hielt sich kurz am stählernen Kopfende fest, hatte sich furchtbar erschreckt.
    
    „Tut mir leid. Das wollte ich nicht."
    
    Sie wandte sich zu ihm um und strich eine schwarze Strähne aus ihrem Gesicht.
    
    „Stehst du schon lange da?"
    
    Karl verneinte, bückte sich und hob den Bettdeckenüberzug vom Teppichboden auf.
    
    „Möchtest du was Spezielles ...
    ... essen? Ich mach uns was."
    
    Thao schüttelte den Kopf. Der Junge wollte das Zimmer wieder verlassen, doch sie warf die Decke aufs Bett und hielt ihn zurück.
    
    „Warte doch mal! Geht´s dir besser?"
    
    Karl drehte sich zu ihr um.
    
    „Ich denke immer wieder darüber nach, ob ich in den letzten Monaten zu wenig für ihn da gewesen bin. Wir waren eigentlich nur mit uns beschäftigt, oder?"
    
    Thao überlegte. Sie konnte sich nicht erinnern, dass Simon sich oft bei ihnen gemeldet hatte. Nicht nur sie hatten sich distanziert, auch er hatte den Kontakt zu Karl und ihr nicht gesucht. Wann hatten sie denn den Jungen, von dem Karl immer wieder behauptet hatte, dass sie beste Freunde waren, das letzte Mal für eine längere Zeit gesehen? Auf der Silvesterparty! Und auch dort nicht wirklich, da er anschließend für Lena und sich ein Hotelzimmer gemietet hatte. Fünf Sterne! Im Endeffekt hatte er sich Lena gekauft.
    
    Wie glücklich er am nächsten Tag von dieser Nacht berichtet hatte. Sie hatte sich ihm hingegeben und die Erwartungen erfüllt, die er in sie gesetzt hatte. Auch wenn Simon Lena versichert hatte, es sollte ein schöner Einstieg in das neue Jahr werden, ein inniger Moment zwischen zwei Menschen, die sich mögen, so war es doch nur auf das Eine hinausgelaufen.
    
    Thao wollte es Karl nie sagen. Aber Simon war in ihrer Achtung ziemlich tief gesunken. Immer wieder hatte er die Bindung zu Lena auf die Absicht reduziert, an sie seine Jungfräulichkeit verlieren zu wollen.
    
    Er hatte sie im Grunde ...
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