1. Thao 22


    Datum: 18.02.2021, Kategorien: BDSM Autor: bySena78

    ... dem Tag, an dem sie mit Harald zusammen Heinrich ins Krankenhaus gebracht hatte. Kurz löste sie sich aus ihren Gedanken, bemerkte seinen erwartungsvollen Blick. Sie wollte jetzt nicht auf seine Frage antworten.
    
    Sie dachte an den Moment zurück, als er schlafend auf seinem Bett gelegen war, als sie sein Zimmer zum ersten Mal betreten hatte. Er hatte so unglaublich friedvoll ausgesehen in diesem Augenblick. Dies war genau jener Moment gewesen, in dem sie sich für ihn entschieden hatte.
    
    Sie sah hoch in sein Gesicht, blickte ihm direkt in die Augen. Dieser eine Moment, er würde nie wiederkommen. Sie würde ihn aber auch nie wieder vergessen können.
    
    Es war kurios. Nicht nur für ihn war es an diesem einen Abend das erste Mal gewesen. Es war viel mehr als nur Sex damals. Sie erinnerte sich an seinen erstaunten Blick, als er sie, aus dem Schlaf erwachend, erkannt hatte und wie unsicher er gewesen war, als sie sich ihm genähert hatte. Und jetzt? Heute war er der Karl, der Medizin studieren würde, der ein halbes Jahr trainiert hatte, um nicht mehr schmächtig zu erscheinen, der gelernt hatte, sich durchzusetzen, vor allem auch ihr gegenüber ..., ein Mann, der nicht mehr viel gemein hatte mit dem Jungen, in den sie sich so verliebt hatte.
    
    Heute am Friedhof war er durchgebrochen, der alte Karl. Er war also noch in ihm. Sie hoffte, dass er für sie niemals verloren gehen würde.
    
    „Das ist hammergeil, oder?"
    
    Karl lächelte. Sie lag auf ihm, mit dem Rücken auf seinem Bauch, ...
    ... spielte mit dem Schwamm und döste zwischendurch immer wieder vor sich hin.
    
    „Ich lass noch mal warmes Wasser nachlaufen."
    
    Thao beugte sich nach vorn, drehte am Abflussschalter und kippte den Dosierhebel der Armatur. Dampfend schoss das heiße Nass in die Wanne, Wasserdampf stieg auf. Sie ließ es einige Minuten laufen, schloss dann den Abfluss und den Wasserhahn wieder. Sie lehnte sich zurück und legte ihren Kopf auf seine Schulter.
    
    Karl verschränkte seine Arme unter ihren Brüsten und schloss seine Augen. Dies waren die wirklich wichtigen Momente für beide, in denen sie Ängste und Spannungen zwischen ihnen vergessen, vernachlässigen und auch verdrängen konnten. Beide folgten diesem Muster. So tanzten sie umeinander herum, bis der Tag kommen musste, an dem es knallen würde. Er war sich sicher, dass es passieren würde und es keine einfache Klärung mehr zwischen ihnen geben konnte.
    
    Der Junge atmete tief durch. Er hatte nicht daran denken wollen und nun tat er es doch. Wie lange sollte das zwischen ihnen noch gut gehen? Am Ende der Ferien würde er in einer anderen Stadt wohnen, mit ihr oder ohne sie.
    
    Sophie drängte sich in seine Gedanken, Simons Schwester. Ihr ging es immer noch sehr schlecht. Oft hatte sie mit ihm telefoniert, wenn sie sich einsam gefühlt und keinen mehr gehabt hatte, mit dem sie hatte reden können. Sie besaß keine wirklichen Freunde und mit Erstaunen hatte Karl festgestellt, dass Sophies Bindung zu ihrem Bruder enger gewesen war, als er es für möglich ...
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