1. Thao 22


    Datum: 18.02.2021, Kategorien: BDSM Autor: bySena78

    ... zu ihrer Verteidigung an, als sie schließlich doch antwortete.
    
    „Ich richte mich da nach meinem Gefühl."
    
    Thao verdrehte ihre Augen und seufzte demonstrativ.
    
    „Boah, was bist du für ne bescheuerte Labertante!"
    
    Karl winkte ab, er wollte nicht, dass Katharina enttäuscht wegen der Reaktion seiner Freundin war, beugte sich zu Thao und flüsterte ihr etwas zu. Das Punkermädchen gab widerwillig Ruhe.
    
    Als auch der letzte der anwesenden Gäste endlich an dem langen Tisch Platz genommen hatte, nahmen Heinz und Günter die Getränkebestellungen auf. Schnell wurde Gemurmel laut, Grüppchen bildeten sich und anregende Gespräche kamen in Gang. Amelie setzte sich mal hierhin, mal dorthin, bemüht, für jeden eine angenehme Atmosphäre zu schaffen.
    
    „Alles gut, Thao?"
    
    Die Punkerin lehnte an der Wand und beobachtete. Sie hielt sich aus den Gesprächen heraus und war dankbar, dass man sie in Ruhe ließ. Amelie stellte sich neben sie und legte ihr die Hand auf die Schulter.
    
    „Nicht so deins, oder?"
    
    Thao lächelte und sah zu Karl hinüber, der sich angeregt mit Amelies Klassenkameraden unterhielt. Es ging um die Schule, die Lehrer, das Abitur und die Studienmöglichkeiten. In diesem einen Punkt spürte sie wieder das Ungleichgewicht zwischen ihnen. Er war offen und aufgeschlossen, sie gab sich lieber introvertiert.
    
    „Naja. Ich mag es lieber überschaubarer. Kommt noch jemand?"
    
    Amelie lächelte.
    
    „Zu Günters Freude Xena, die aber erst später kommen kann und jeden Moment müssten ...
    ... auch Sophie und Patrick aufkreuzen."
    
    Thao glotzte Amelie mit großen Augen an.
    
    „Du hast Sophie eingeladen? Warum das denn? Was hat sie mit dir bis jetzt zu schaffen gehabt?"
    
    „Ich habe ihr mein Beileid bekundet, Thao. Wir haben jetzt schon dreimal sehr lange miteinander telefoniert. Sie hat Simons Tod immer noch nicht verkraftet, vielleicht lenkt sie meine Feier ja ein wenig ab?"
    
    Die Augen der Punkerin suchten neuerlich ihren Freund. Der aber war in einer wilden Diskussion über Musik verwickelt und bekam vom Gespräch der beiden jungen Frauen nichts mit.
    
    „Du weißt, dass sie auf Karl steht?"
    
    Amelie blickte Thao verstört an.
    
    „Thao! Das ist doch nicht wahr. Sie hat ihn in keiner Weise erwähnt. Das bildest du dir doch nur ein."
    
    „Tue ich nicht! Und du wirst sehen, dass ich recht habe. Amelie, bei mir und Karl läuft es gut, aber wir haben zurzeit auch ein paar Probleme, die wir lösen müssen. Wenn die Alte mir jetzt dazwischenfunkt, könnte sie zwischen Karl und mir viel kaputtmachen. Ich habe einfach Angst davor."
    
    Amelie spürte, dass es der Punkerin wirklich nicht gut ging damit. In diesem Augenblick drehte sich Karl zu den beiden Mädchen um und hob die Augenbrauen. Thao lächelte ihn an und winkte ab, beruhigt setzte der Junge seine Unterhaltung fort.
    
    „Er scheint sich gut mit deinen Freunden zu verstehen."
    
    Amelie lächelte.
    
    „Du brauchst dir keine Gedanken um ihn zu machen, Thao. Ihr werdet für immer zusammenbleiben, das kann und darf gar nicht anders ...
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