1. Briefe ohne Briefmarke


    Datum: 21.02.2021, Kategorien: BDSM Autor: Anonym

    Sarah strich sich mit einem Taschentuch über die Stirn. Die Hitze in ihrem Auto war unerträglich. Sie haßte die allmorgentliche Fahrt zur Arbeit. Im Sommer war es schwül, und das Blut in ihren Adern kochte. Die anderen Autofahrer empfanden es wohl auch nicht anders. Sobald sie mal für ein paar Minuten an einer roten Ampel halten mußte, sah sie, wie Autotüren sich öffneten und die Fahrer ausstiegen, um sich wenigstens eine kurze Zeit dem nicht vorhandenem Wind entgegenzustellen. Sarah versuchte das gar nicht erst, sie wußte, daß es sinnlos war. Das einzige, was half, war durchzuhalten. Die Fahrzeugkolonne fuhr wieder weiter, als die Ampel auf grün schaltete. Sie lachte in sich hinein, als die stehenden Fahrer bei Gelb hastig in ihre Wägen sprangen. Sie fand den Weg nicht nur wegen der Hitze unerträglich. Es störte sie, daß sie im Stau soviel Zeit hatte, nachzudenken. Sie mußte immer wieder an ihren Mann denken. Sie liebte ihn immer noch, und das nach 10 Jahren Ehe. Dennoch lief nichts mehr zwischen ihnen, und das machte sie manchmal rasend. Sie kaufte Reizwäsche in seiner Lieblingsfarbe. Sowas hatte ihn immer angemacht. Wenn er nach Hause kam, würde sie sie anziehen und ihm in Unterwäsche das Abendessen zubereiten. Das hatte ihm aber nur ein paar Streicheleien entlockt, bis zum großen Konzert kamen sie nicht. Ein anderes Mal strippte sie vor ihm, aber er war so müde von der Arbeit, daß er fast einschlief. Mit der Zeit gab sie die Sache auf, es hatte ja doch keinen ...
    ... Sinn.
    
    Dann lud ihr Chef sie urplötzlich zu einem \"streng offiziellen\" Essen ein. Sie sagte ohne nachzudenken zu. Erst später dachte sie daran, daß die Einladung einen anderen Grund haben könnte. Mit ihren 30 Jahren war sie immer noch sehr attraktiv, jedenfalls für die Männer, mit denen sie arbeitete. Sie merkte oft, wie sie auf ihr blondes Haar, auf ihre Brüste oder auf ihre wohlgeformten Beine schauten, wenn sie mal einen Rock oder ein Kleid trug. So ging sie auch zur Einladung ihres Chefs. Das Restaurant, indem sie sich trafen, war sehr vornehm und teuer. Ihr Chef (sein Name ist Michael; er hatte sie höflich gebeten, ihn bei seinem Vornamen zu nennen, etwas, das sie in den ganzen Jahren bei der Arbeit nie getan hatte) war ein angenehmer Mensch, und auch recht gutaussehend. Sie genoß es, sich mit ihm zu unterhalten. Natürlich war das Essen ganz und gar nicht offiziell, im Gegenteil. Sie redeten über alles, nur nicht über die Arbeit. Sie machte ihm schöne Augen und er streichelte ihre Hände. Am Ende des Abends legte er ihr behutsam die Hand auf die Schenkel. Sie stieß ihn nicht weg. Die Berührung war zwar relativ harmlos, dennoch erinnerte sie sie an eine Zeit, zu der sie und ihr Mann fast jeden Tag leidenschaftlichen Sex hatten und sich bei jeder Gelegenheit, die sich ihnen bot, streichelten. Sie wollte zurückreisen in die Vergangenheit und sich wieder so richtig austoben. Als Michael sie diskret fragte, ob sie die Nacht in einem Hotelzimmer mit ihm verbringen würde, sagte sie ja. ...
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