1. Geliebter Dämon 10: Die Visite


    Datum: 27.02.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byPhiroEpsilon

    ... Bewusstsein: Die Erkenntnis was gerade geschehen war. Statt gegen die Dämonin anzukämpfen, hatte ich mich ihr hingegeben.
    
    Hatte nicht nur hilflos die Lust genossen, sondern nach immer mehr geschrien, genau wie der Unbekannte am ersten Abend.
    
    Ich blickte ihm in die Augen. "Wieso lebe ich noch?"
    
    "Weil Sex dich nicht umbringen kann, aber er kann dich hilflos machen. Selbst lange danach. Deine gesamte Energie ist abgeflossen."
    
    Sie hatte mich ausgesaugt. Und jede Faser meines Körpers sehnte sich danach, dass sie das wiederholte.
    
    "O Gott", stöhnte ich auf, und versuchte mich aufzurichten. "Ich bin süchtig danach."
    
    "Das gibt sich schon bald", sagte Lutz und drückte mich sanft zurück. Ich merkte, dass er ganz gegen seine Gewohnheiten hier im Keller, eine Hose anhatte. "Aber bleib liegen. Du bist viel zu schwach. Benutz deine Aura um mich zum Orgasmus zu bringen, damit du wieder Kraft bekommst."
    
    "Nein!", schrie ich auf. Auch wenn er sachlich betrachtet, Recht hatte. Gefühlsmäßig war er immer noch mein Vater. Und obwohl ich seinen Penis sehr wohl unter meinem Kopf fühlen konnte, war der Hosenstoff dazwischen ein Beweis, dass es ihm trotz seiner Worte auch so ging.
    
    "Nein", wiederholte ich. "Ich muss nach Hause, in mein Bett." Als ich mich diesmal aufrichtete, wehrte er sich nicht. Ich rollte mich auf den Bauch, und kroch rückwärts von dem Bett herunter.
    
    Ich richtete mich auf. Wenigstens spürte ich keine Schmerzen — Muskelkater gehörte für mich wohl der ...
    ... Vergangenheit an. Aber ich konnte nur verschwommen sehen, und auf dem Weg zu der dicken Metalltür schwankte ich hin und her.
    
    "Angela", kam die — echt besorgt klingende — Stimme von hinten. "Warte, ich fahre dich heim."
    
    Nein, der Ferrari würde noch mehr Erinnerungen wecken. Ich wollte nicht neben ihm sitzen.
    
    Ich richtete mich auf und wandte den Kopf. "Nein. Ich schaffe das allein." Ich
    
    musste
    
    das allein schaffen.
    
    Er zuckte die Schultern, machte ein paar Bewegungen mit seinen Händen, und die Tür vor mir schwang von alleine auf. Auch die Stahltür am anderen Ende des Tunnels stand offen. Langsam machte ich einen Schritt vor den anderen.
    
    Ich kann das. Ich kann das.
    
    Ein kurzer Gedanke kleidete mich in meinen Motorradanzug, bevor ich vorsichtig die Außentreppe hinunterstieg, und mich auf mein Motorrad schwang — nein, vorsichtig darauf gleiten ließ.
    
    Das vertraute Vibrieren des Vierzylinders und der kühle Nachtwind in meinem Gesicht holten mich langsam in die Realität zurück. "Heim" war eine leere Wohnung, ein kaltes und einsames Bett. Ich brauchte mehr.
    
    *
    
    Bei Vicky und Bob brannte noch Licht. Die beiden hatten wohl den Motor erkannt, und begrüßten mich an der Eingangstür, nur notdürftig verhüllt.
    
    Ich ließ meine Blicke über sie schweifen. "'Tschuldigung. Habe ich euch bei etwas gestört?"
    
    Vicky kicherte. "Nicht wirklich. Wir waren nur zu faul uns nachher wieder anzuziehen." Sie trat zur Seite, um mich durchzulassen.
    
    "Und Vicky hat sowieso gehofft, ...
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