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Ein neuer Sohn (Das Wunschauto)
Datum: 19.04.2021, Kategorien: Betagt, Autor: byUnartigerJunge
Das Wunschauto Im Anzeigenteil, unter Autoverkauf, fand Carsten das interessante Angebot: Mercedes 230S, Bj.69, metallic-silber, kaum gefahren, günstig abzugeben. Erwarte einen vertrauensvollen Käufer, der meinen Wagen pfleglich behandelt. Fügen Sie eine kurze Beschreibung ihrer Person bei. Chiffre: 5778 A. Er nahm seinen Füller und ein weißes Blatt Papier; setzte sich an den kleinen Küchentisch. Er schob die «Kieler Nachrichten» ein wenig zur Seite, und begann zu schreiben. Eine Woche später fand er eine kurz gefaßte Mitteilung in seinem Briefkasten. Am Schluß stand: Bitte erscheinen Sie pünktlich. Unterzeichnet war die Karte mit Frau Lindner. Christiane Lindner stand an einem Fenster ihres geräumigen Einfamilienhauses in Laboe, einem kleinen Ort an der Kieler Förde. Sie ewartete einen jungen Mann. In seiner Antwort auf ihre Anzeige hatte er sich als 18-jährigen Abiturienten beschrieben. Sie hoffte auf einen passenden Kanditaten, denn sie hatte einen Plan. Es war fast 15:30 Uhr, als sie den jungen Mann sah, der sein Fahrrad am Zaun abstellte. Er hatte schulterlanges dunkelblondes Haar, trug Jeans und eine braune Wildlederjacke. Siw ging zur Eingangstür und öffnete sie, bevor ihr Besucher klingeln konnte. „Einen schönen guten Tag, Frau Lindner.", sagte Carsten höflich. „Das ist er wohl?" Er deutete auf den gepflegt aussehenden Mercedes, der in der Garagenauffahrt stand. „Ja! Das ist er, Aber komm doch erstmal herein." In seinem schmalen bartlosen Gesicht ...
... konnte sie die Überraschung ablesen. „Also...ich dachte..." Er war offensichtlich noch sehr schüchtern. „Immer mit der Ruhe! Komm einfach erst Mal rein!", unterbrach sie ihn und führte ihn zur Garderobe. „Bitte zieh die Schuhe aus." Ihn zu duzen gehörte zu ihrem Plan. Er trug leichte, hellbraune Slipper, keine Socken. Zögerlich streifte Carsten sie ab. Christiane führte ihn in ins Wohnzimmer, zwei große Fenster mit Blumentöpfen auf der Fensterbank. Die Rollos waren jetzt im Sommer fast ganz herunter gelassen, damit sich der Raum nicht zu sehr aufhitzte. Edle Vitrinen, eine alte Standuhr, eine kleine Leseecke mit Stehlampe und Ohrensessel, eine dunkelrote Chaiselongue mit zwei passenden Sesseln um einen niedrigen Tisch. Bilder mit maritimen Motiven an den Wänden. Das strahlte gutbürgerlichen Wohlstand aus. „Setz sich doch. Darf ich Dir eine Tasse Tee anbieten?" „Sehr nett von ihnen Frau Lindner.", sagte er und setzte sich in einen der Sessel. Nachdem sie eingeschenkt hatte, nahm sie auf der Chaiselongue Platz. So konnte er ihre Beine bewundern, die seine Gastgerin elegant übereinander schlug. Er sah hautfarbene Strümpfe und dunkelbraune Punps. „Wie Du mir geschrieben hast, willst Du Geologie studieren und hast wegen des „günstig" mein Inserat beantwortet. Was stellst Du Dir unter günstig vor?" Carsten schätzte die ihm gegenüber sitzende Frau auf Ende vierzig, Anfang fünfzig. Sie war eine attraktive Erscheinung, mit brünetten Haaren. Trug eine freche ...