1. Die Mitte des Universums Ch. 25


    Datum: 22.04.2021, Kategorien: Erotische Verbindungen, Autor: byBenGarland

    25. Kapitel -- Allein im Musterhaus
    
    Es war mittlerweile September, und Tuyet war nun wieder in Hue. Sie hatte mir noch geschrieben, dass die Woche in Phu Quoc mit ihren Eltern schön gewesen war, doch während der zwei, drei Tage, die sie danach noch in unserer Stadt verbrachte, hatten wir uns nicht gesehen. Unser Abschied war ja auch absolut groß- und einzigartig gewesen, und wir wussten nun, nach dem emotional aufwühlenden Sommer, dass uns mehr verband als sexuelle Ausschweifungen.
    
    Nguyets Termin für die Geburt war zwar erst Ende Oktober, aber wir würden uns wohl bis dahin nicht sehen. Sie war wieder bei ihren Eltern eingezogen und würde wohl die ersten sechs Monate nach der Geburt auch dort bleiben, wie es in Vietnam üblich ist. Nguyet schrieb mir aber, dass Thuy sie allerdings schon ein paarmal gefragt hatte, ob wir uns nicht noch einmal treffen konnten, aber in Nguyets Zustand fortgeschrittener Schwangerschaft war das ja keine so gute Idee, fanden wir beide.
    
    Für eine Weile wusste ich allerdings von diesen Nachrichten zwischen Nguyet und Thuy gar nichts, bis erstere mir vorschlug, doch das alles selbst mit Thuy auszuhandeln. So wurden wir Freunde auf Facebook und schrieben uns nun fast täglich—erst auf Englisch, aber, da das nicht besonders gut ging, dann auf Vietnamesisch. Das schränkte uns natürlich ein, aber letztlich hatte es ja mit meiner Frau auch nicht anders angefangen. Wenn zwei sich verstehen wollen, ging das schon. Ziemlich gut sogar, da die ...
    ... Kommunikation viel direkter ist und man auch keine Spielchen spielt, bei denen man hofft, dass der andere vielleicht ‚das und das auf eine bestimmte Art und Weise' sagt.
    
    Thuy war eine bezaubernde kleine Frau, und die einzige Frage, die es zunächst klären galt, war der Ort unseres Treffens. Nguyets Wohnung ging nicht, da sie nicht da war; Thuy und ich konnten uns nicht in Nguyets Abwesenheit dort zum Ficken verabreden. Ich hatte ein Hotel in Erwägung gezogen, aber das wollte Thuy nicht so richtig, genauso wenig, wie ihr Haus auf dem Dorf. Das war ja auch ein ganzes Stück weg, und sollte man uns dort erwischen, konnte sie ja nicht erklären, was ich dort machte. Wäre Nguyet dabei gewesen, hätte man das Ganze ja als Mittagessen unter Kollegen verkaufen können, aber zu zweit wäre das schwierig geworden.
    
    Egal, die große Immobilienfirma, bei der sowohl Nguyet als auch Thuy arbeiteten, war eigentlich auf Groß- und Industrieprojekte spezialisiert, engagierte sich aber mittlerweile auch im Wohnungs- und Häusermarkt, der natürlich in einem Land mit sechs oder sieben Prozent jährlichen Wirtschaftswachstums für solche Firmen sehr interessant war. Die Vietnamesen arbeiteten und verdienten mehr und wollten selbstverständlich auch besser wohnen. Im ganzen Land wurde wie verrückt gebaut.
    
    In unserer Stadt waren auf der Ostseite, nahe der alten Autobahn, bereits zwei solcher Reihenhaussiedlungen entstanden. Ich war da sogar mal bei einer Hauseinweihungsparty gewesen. Ein Cousin meiner Frau war ...
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