1. HomoLepus 07


    Datum: 23.04.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaran66

    ... duschte ich ausgiebig und machte mich auch sonst soweit frisch. Dann trat ich wieder ohne Ziel aus dem Bad.
    
    Jetzt konnte ich leise Stimmen von unten hören und wandte mich in die Richtung. Als ich am Ende der Treppe angekommen war, bestätigte sich meine Annahme. Die Frauen waren über Nacht geblieben und saßen jetzt alle mit wenig Appetit beim Frühstück. Die Menge des zu sich genommenen Alkohols musste recht hoch gewesen sein, denn die Gesichter, die ich erblickte, wären welche für eine mehr als dunkle Sonnenbrille gut gewesen. Sie unterhielten sich zwar ein wenig, allerdings nur in einer sehr gemäßigten Lautstärke.
    
    Als Sandra mich sah, winkte sie mich mit einem schwachen Arm mit an den Tisch, auf dem diesmal für mich mit gedeckt worden war.
    
    Sofort setzte ich mich mit dazu und aß im Gegensatz zu den anderen fünf mit angeregtem Appetit.
    
    Während ich mir einen Happen nach dem anderen in den Mund schob, sah ich mir die Fünf an und fragte mich insgeheim, welche es von ihnen gewesen sein könnte. Doch ich kam zu keinem wirklichen Ergebnis, denn nicht nur eine kam in Betracht. Ich hatte aber auch wirklich nichts von ihr sehen können und das brach mir jetzt das Genick. Ich konnte nicht einmal das Gewicht zugrunde legen. Ich konnte sie einfach nicht einschätzen. Also musste ich mich damit abfinden, dass es wohl eine von ihnen gewesen war. Wenn ich es überlegte, war es auch egal, denn attraktiv waren sie irgendwie alle. Außerdem was machte es schon aus welche es gewesen ...
    ... war, es war einfach nur gut gewesen, das reichte vollkommen. Dabei blieb es dann auch in meinen Gedanken. Nur schielte ich ab und zu Sandra an und versuchte etwas in ihrer Miene zu erkennen. Doch diese spiegelte reine Müdigkeit wieder die darauf hinzielte, an dem Tag nicht mehr besonders viel tun zu wollen. Ausruhen war angesagt, nichts als ausruhen. So wie Schnapsleichen es brauchten.
    
    Der Tag kam dann so, wie ich es mir schon gedacht hatte. Man ließ mich in jeder Hinsicht in Ruhe. Also hatte ich sozusagen Freizeit. Ich ging nach draußen und entdeckte in einem kleinen Schuppen am Haus mehrere Liegen und die dazugehörenden Auflagen. Da es an dem Tag recht schön war, schnappte ich mir eine der Liegen und schob sie nach draußen in die Sonne. Hier legte ich mich darauf und genoss die wärmenden Sonnenstrahlen auf dem Fell. Zum Glück war es nicht so warm draußen, so konnte ich es gut aushalten und empfand die Wärme, die von außen kam und nicht meine eigene war, als sehr angenehm.
    
    In dieser mehr als angenehmen Lage begann ich, über die meine nachzudenken. Ich versuchte mir, im Gedanken pro und kontra vorzustellen. Auf der Hasenkontra Seite stand die Möglichkeit von jemandem abhängig zu sein. Sandra war sozusagen meine Auftraggeberin. Wenn sie mir ihre Zuwendungen strich, war ich von einem Moment auf den anderen mittellos. Auf der anderen Seite waren es die meisten anderen Menschen auch. Wenn sie ihre Job verloren, dann ging es ihnen ähnlich wie mir. Auf der pro Seite, stand ein ...
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