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HomoLepus 07
Datum: 23.04.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaran66
... worden waren und die Klappe im Schritt war nicht vorhanden. Noch seltsamer war die Art, wie man hineinkam. Nicht vorne, noch hinten war der Reißverschluss, sondern unterhalb des linken Arms, direkt an der Seite. Durch diesen Trick war sowohl die Vorder- als auch die Rückseite vollkommen eben. Als ich hineinschlüpfte, wunderte ich mich noch mehr, denn die Innenseite war nicht durch ein Stoffflies verkleidet, sondern ein erst kühl wirkendes Material legte sich an meine Haut. Erst als ich nachsah, bemerkte ich, dass es ein mehr als feines Leder war, welches sich sofort mit meiner Haut verband. Wenn man also erst einmal geschafft hatte hineinzukommen, was gelinde gesagt nicht einfach war, dann saß fest an einem dran. Nichts verrutschte mehr, keine Falten bildeten sich, selbst wenn man sich bewegte. Das Leder dehnte und schrumpfte mit. Verblieb noch der Kopf, welcher ebenfalls mit dem Rest fest verbunden war. Dies war bei Weitem der schwerste Teil das Ding anzubekommen. Aber als ich mich mehr als verrenkt hatte, saß auch diese letzte Hürde auf mir fest. Den Reißverschluss bekam ich nicht zu, denn die Pfoten waren für solche Verrichtungen nicht gemacht. Ohne einen Zweiten, der einen half, war die vollkommene Verwandlung nicht möglich. Trotzdem war ich über das Ergebnis zufrieden. Allerdings hätte ich mich jetzt gerne ganz gesehen, aber mangels Spiegel war das leider nicht möglich. Doch dann fiel mir der Spiegelraum ein und ich war fest entschlossen, hineinzugehen. Also ...
... schlich ich fast über den Flur bis zur Tür und fand sie unverschlossen vor. Ich fand außen an der Mauer einen Lichtschalter und knipste ihn an. Sofort erhellte sich der Raum und ich ging hinein. Endlich konnte ich mich sehen und drehte mich langsam um die eigene Achse. Wenn ich nicht gewusst hätte, dass ich es war, der dort stand, ich wäre nie darauf gekommen. Wenn Perfektion ein Aussehen hatte, dann stand diese gerade mitten im Spiegelraum und wurde tausendfach wiedergegeben. Ich konnte mich gar nicht sattsehen, war einfach nur fasziniert von dem, was ich sah. Die Transformation war fast perfekt und hätte geklappt, wenn ich den Reißverschluss zubekommen hätte. Doch auch so, wenn ich nur meine rechte Seite betrachtete war, ich mehr als hingerissen und hatte fast Tränen in den Augen. So und nicht anders wollte ich sein. Dann erschrak ich, als Sandra auf einmal mir auf den Spiegeln auftauchte. Ich hatte sie nicht kommen gehört und war jetzt etwas verlegen. Immerhin wusste ich nicht, ob ich überhaupt hier sein durfte, aber ich sah nichts Negatives in ihrem Gesicht. Es war eher das vollkommene Gegenteil. Ihre Augen leuchteten anscheinend von innen heraus und sie ging langsamen Schrittes auf meine linke Seite. Ich meinte zu merken, dass ihre Finger zitterten, als sie den Reißverschluss zuzog. Sie zögerte es ein wenig heraus, zog ihn nur ganz langsam nach oben. Als er dann endlich geschlossen war, umrundete sie mich und man konnte ihre Begeisterung sehen. Ihr Lächeln ...