1. HomoLepus 07


    Datum: 23.04.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaran66

    ... drückte eine Zufriedenheit aus, die ins Grenzenlose zu gehen schien. Dann stand sie einen Moment genau vor mir, blickte mich mit großen Augen von oben bis unten an und ich meinte, einen Schauer über ihren Körper wandern zu sehen. Dann glitzerte etwas an einem Augenwinkel auf und ich konnte einen kleinen Wassertropfen sehen, der sich langsam über ihr Gesicht nach unten bewegte. Doch sie ließ ihn nicht weit kommen, denn schnell wischte sie ihn mit einem Ärmel ab. Dann ging sie an mir vorbei und ich meinte einen etwas unsicheren Gang zu sehen, als wenn ihre Beine dabei zitterten. Allerdings sah ich das nicht weiter, denn sie verließ einfach den Raum.
    
    Jetzt war ich mit mir alleine und schwelgte wieder in meinem Aussehen, da diese jetzt perfekt war. Mit geschlossenem Verschluss war die Verwandlung abgeschlossen und ich war, was ich sah. Anders konnte ich es einfach nicht ausdrücken. Selbst meine Bewegungen, die ich jetzt vollführte, kamen mir wesentlich geschmeidiger vor, als zuvor. Ich war nicht mehr ich, sondern das, was ich sah. Kein Zwitterwesen mit Außen und Innen, sondern eine Einheit.
    
    Über eine Stunde konnte ich es nicht lassen mich zu betrachten, schwelgte in der Vollkommenheit, die ich vor mir sah. Doch irgendwann musste ich mich davon trennen, musste diesen Ort verlassen, in dem ich zum ersten Mal wieder mich selber gesehen hatte.
    
    Widerwillig verließ ich den Spiegelraum und ging traurig zum Bad zurück. Dazu musste ich am Kissenzimmer vorbei in dem Sandra, auf ...
    ... einem Stapel davon hockte. Sie kam sofort auf den Gang und zog mir den Reißverschluss wieder nach unten, dann trat ich hängenden Kopfes den Weg an, der im Bad endete. Hier pellte ich mich unter großen Schwierigkeiten wieder aus dem Traum heraus und nahm mein rosa Kostüm, welches mir jetzt mehr als unzureichend vorkam. Aber ich konnte nicht die ganze Zeit in dem anderen bleiben, dafür war es viel zu kostbar und empfindlich.
    
    Als ich mich umgezogen hatte, fand ich einen Zettel auf dem stand, dass ich das Fell am nächsten Morgen anlegen sollte. Wir würden an einen Ort fahren, an dem ich es gebrauche würde.
    
    Ich war schon gespannt darauf, was es sein würde und fieberte sofort dem Tag entgegen. Es würde sicher wieder etwas Besonderes werden.
    
    Nicht nur Sandras Laune war mehr als gut, auch ihre körperliche Verfassung hatte sich um einiges gebessert. Sie sah nicht mehr so mitgenommen aus. Wir gingen nach unten und aßen zu Mittag und ich konnte erleben, dass ihr Appetit ebenfalls wieder zurückgekommen war. Danach führte sie mich nach draußen und wir machen einen Spaziergang. Dabei fiel mir erst ihre Bekleidung richtig auf. Sie trug eine weiße Bluse mit Rüschen an Hals und Ärmel, dazu ein hellblaues, weites Kleid, unter dem ab und zu ein weiteres Weißes ebenfalls mit Rüschen Versehenes hervor schaute. Dazu trug sie weiße Kniestrümpfe und blaue, flache Lackschuhe, deren Riemen über den Fußrücken verlief.
    
    Ich hätte nicht gedacht, dass Sandra so etwas machen würde, immerhin ging ...
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