-
HomoLepus 07
Datum: 23.04.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaran66
... sie mit einem riesen rosa Hasen durch die Gegend. Wir gingen fast bis zur Straße, konnten die Einfahrt zum Hof schon sehen. Doch hier bogen wir in einen Weg ein, der mir zuvor noch nicht aufgefallen war. Er war nicht breit, gerade so, dass zwei Personen nebeneinander laufen konnten. Was allerdings auffiel, war, sie gut er gepflegt war. Der Boden bestand aus klein gehäckselten Rindenstücken, zwischen denen nicht eine Pflanze hervor lugte und sich unter den Läufen weich anfühlte. Wir gingen langsam den Weg weiter in einen Laubwald hinein dessen Boden fast vollständig von Farnen überwuchert war. Sie wuchsen über einen Meter hoch und legten sich wie einen schwebenden Teppich über den Boden. Sandras Laune schien die Beste zu sein, die ich jemals an ihr erlebt hatte. War sie sonst eher streng gewesen, verhielt sie sich jetzt wie ausgewechselt. Sie summte vor sich hin und schwang mit dem Arm der meinen festhielt unerwartet weit vor und zurück. Dann machte der Weg einen Knick und führte von der Straße weg. Noch hundert Meter und auf einmal standen wir vor einer vollkommen baumlosen Wiese. Das Gras war hoch und diverse Blumen streckten ihre Köpfe hervor. Überhaupt blühte und grünte es, wohin man sah. Dazu war wohl das gesamte Insektenvolk unterwegs. Überall hüpften Bienen von einer Blüte zur anderen oder gaukelten Schmetterlinge in jeder Farbe und Form durch die Luft. Dazu lag ein Duft von frischem Gras und Kräutern in der Luft, die sich in die Frische des Frühlings ...
... einfügten. Sandra ließ mich los und hüpfte wie ein kleines Mädchen auf die Weise, während sie zu singen begann. Es war ein Lied, welches ich noch nie gehört hatte und dazu auch noch auf Französisch. So entging mir der Sinn, meinte aber eine Fröhlichkeit daraus zu erkennen, wie ich es nur von Kinderliedern kannte. Dann blieb Sandra auf einmal stehen und ging in die Hocke. Als ich zu ihr kam, sah ich, wie sie um sich nach den Blumen griff und sich langsam einen Strauß zusammen sammelte. Dazu hatte ich ihr Rock um sie flach auf das Gras gelegt. Sie hatte damit aufgehört singen, summte aber vor sich hin und war voll auf das konzentriert, was sie tat. Inzwischen hatte sie eine Vielzahl von verschiedenen Kräutern und Blumen zu einem kleinen Strauß geformt, der in seiner Natürlichkeit einfach nur schön aussah. Nicht so einer wie man überall kaufen konnte, so streng und von der Norm bestimmt. Hier war alles eher wirr, aber zugleich in sich stimmig. Machte den Eindruck von Natürlichkeit. Wie ich so dastand, wunderte ich mich über Sandras Wandelbarkeit. Auf der einen Seite Geschäftsfrau oder in Leder gekleidete, die einem Respekt einflößte und zugleich dominierend wirkte. Zum anderen sah ich jetzt genau das Gegenteil. Sie saß dort im Gras und vermittelte den Eindruck eines verletzbaren Mädchens, das ihren Träumen nachhing. Vielleicht war es auch nur ein Spiel, denn irgendwie kam mir vieles etwas vertraut vor. Irgendwo hatte ich so etwas Ähnliches schon gesehen. Dann fiel es mir ...