1. Karibik (4)


    Datum: 29.04.2021, Kategorien: Kunst, Autor: Anonym

    ... probieren alles aus und entscheiden uns dann für einen Slip, der mir gerade so passt, einen Seidenschal und ein dazu passendes buntes Tuch. Den Slip ziehe ich mir an und schlinge mir dann mit Renee’s Hilfe das Tuch kunstvoll um die Hüften. Den Seidenschal lege ich mir oben um die Schultern und verknote ihn vor meinen Brüsten mit einem Halstuchknoten. Renne zieht ihren Slip wieder an, lässt aber ihren BH ganz weg. Dann sucht sie sich auch ein passendes Tuch und einen Schal heraus und macht es genauso, wie ich. Wir sehen richtig gut aus! Südländisch und abenteuerlich. Die Uniform packt sie in die Tasche. Wir wollen den George doch schließlich nicht erschrecken. Hier ankommen, und dann gleich ein Zolloffizier, nein, das geht doch gar nicht!
    
    Das Hotel, das Renee dem George empfohlen hat, liegt etwa 3 bis 4 Kilometer von hier entfernt. Wie kommen wir dahin? Wir gehen ein paar hundert Schritte zur nächsten Straße und das Problem löst sich recht schnell. Wir finden vor einem Restaurant ein leeres Taxi und lassen uns zum Hotel fahren. Während der Fahrt frage ich Mike: „Wer ist denn eigentlich dieser George, Mike?“
    
    „Ach, der George, ja. Eigentlich heißt er ja Georg Hammermacher und stammt aus Österreich. Aber er nennt sich jetzt George Hammer und war damals in Monaco Anteilseigner von einem Spielcasino. Stinkreich, mehrfacher Millionär. Ich habe ihn in Bremen kennengelernt. Dort hatte er auf einer Bootswerft eine neue Yacht in Auftrag gegeben und war mit der „Swallow“ dort ...
    ... angekommen. Er schwört auf deutsche Wertarbeit. Die alte Yacht wollte er jetzt möglichst schnell loswerden. Ich hatte mich dort im Yachthafen nach einer preiswerten Hochseeyacht umgesehen und bin dabei auf ihn und die „Swallow“ gestoßen. Wir sind ziemlich schnell miteinander ins Geschäft gekommen und er hat mir dann auch noch das Nachtleben von Bremen und Hamburg gezeigt. Wo der als Millionär so überall reinkommt, das ist ja sagenhaft! Aber meine Welt war es nicht. Immer in Frack und Krawatte, da kriegte ich kaum noch Luft, und dann diese Jetset-Weiber! Alles verlogen, überdreht, durchgeknallt und künstlich. Da weiß man nie, ob eine jetzt 18 oder 80 ist. Ekelhaft! Ich wollte einfach nur raus, auf die weite See. Was er heute so macht, das weiß ich nicht. Aber immerhin hat er mich am Telefon gleich wieder erkannt und war sofort bereit, mit dem Flieger selbst hierher nach New Providence Islands zu kommen. Ist das nicht nett von Ihm? Er scheint immer noch so ein guter Freund zu sein, wie damals.“
    
    Als wir am Hotel ankommen, scheint sich diese Meinung von Mike auch sofort zu bestätigen. In der Lobby steht ein großer schlanker braungebrannter Mann mit grau melierten Lockenhaaren in den sogenannten „besten Bahren“ und scheint dort schon den ganzen Betrieb aufgemischt zu haben. Das gesamte Personal schwänzelt und katzbuckelt um „Mr. Hammer“ herum. Kein Wunder! Oben aus seiner Jackentasche lockt sie ein dickes Bündel Dollarscheine an. Mein Typ ist er jedenfalls nicht. Aber ich kann auch ...
«12...121314...20»