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Karibik (4)
Datum: 29.04.2021, Kategorien: Kunst, Autor: Anonym
... Haut schimmert goldbraun wie ein frisches Baguette. Das kann doch gar nicht sein! Ist etwa dieser versoffene Signore di Demiani, den ich sein Leben lang nicht ausstehen konnte, tatsächlich mein Vater? Liegt das etwa daran, dass ich früher immer nur in geschlossenen Räumen, ohne Tageslicht nackt war? Meine Mutter hatte mich ja immer eindringlich davor gewarnt, ohne Körperbedeckung an die Sonne zu gehen. Davon konnte aber eben in den letzten zwei Tagen keine Rede mehr sein. Und jetzt bin ich auf einmal ein fast schon südländischer Typ. Aber irgendwie haben da an meinem Erbgut doch die Wikinger ein bisschen mitgemischt. Oder waren es die Vandalen? Hatten die nicht auch schon einmal Rom geplündert und dort die Frauen alle vergewaltigt? Ich setze mich erst einmal hin und überlege. Ist das jetzt gut, oder ist das jetzt schlecht? Ach was! Ich sehe das ganz einfach mal positiv. Ich kann hier also in die Sonne gehen, nackt, wie ich es am liebsten habe, und muss nicht gleich einen verheerenden Sonnenbrand befürchten. Sogar meine lange schmale griechische Nase passt jetzt besser in mein Gesicht. Danke Schicksal! Ich drehe mich noch einmal vor dem Spiegel und schließe Freundschaft mit der neuen Demmi. Einen schönen knackigen goldbraunen Arsch hast du. Und der Bauch erst! Der wirkt ja auf einmal richtig edel. Nur die Titten sind auf der unteren Hälfte noch ganz blass. Auch an den Innenseiten der Oberschenkel und unter den Armen leuchtet es noch blass und weiß. Die Stellen muss ich ...
... noch mal etwas mehr der Sonne präsentieren. Auf in die Welt, Demmi! Jetzt gibt es dich gleich zweimal. Im Winter blass und rothaarig und im Sommer bronzehäutig und kastanienbraun. „Was nun, Mike“, frage ich ihn, als ich wieder an Deck komme, „gefalle ich dir jetzt besser, oder war ich dir lieber so, wie ich gestern noch war?“ „Schwer zu sagen, Demmi. Als ich mich in dich verknallt habe, da warst du grün und „blutig“ am Körper. Als du noch blass warst, da habe ich dich vernascht und an die helle Bronze werde ich mich auch schon gewöhnen, denke ich mal.“ „Ich dachte immer, ICH hätte dich vernascht, Mike. Das ist ja gerade das Schlimme, Mike. Du gewöhnst dich ziemlich schnell an mich. Zu schnell. Irgendwelche weiteren Geheimnisse, außer denen, die du schon kennst, kann ich dir leider nicht bieten. Da wird es für mich eng werden, wenn ich einmal Konkurrenz hier kriege.“ Ich hatte ja keine Ahnung, wie schnell sich das bestätigen sollte. Wir liegen außerhalb des Hafens vor Anker. Mike bereitet seinen Landgang vor. Er pumpt das Schlauchboot auf, sucht seine Papiere zusammen und kurbelt fast eine halbe Stunde am Dynamo des Seenotfunkgerätes, um den Akku aufzuladen und es wieder gebrauchsfähig zu machen. „Warum hast du das Funkgerät eigentlich nicht genutzt, Mike, als du hilflos dort in dieser Bucht festgelegen hast?“ frage ich ihn. „Es hat nur eine fest eingestellte Frequenz. Die darf ich nur im Seenotfall verwenden. Das hätte mir dann die Polizei auf den Hals ...