1. Karibik (4)


    Datum: 29.04.2021, Kategorien: Kunst, Autor: Anonym

    ... hingerissen. Sie liegt an seiner Brust und schluchzt. Ob jetzt vor Scham oder vor Glück, das kann man nur erraten. Auf jeden Fall weiß sie jetzt auch, was es für ein Gefühl ist, nackt vor einem ganzen Saal voller Leute zu stehen, die einen dabei anschauen. Mich hätte das jedenfalls kaum noch aufgeregt. Ich denke schon darüber nach, ob ich jetzt nicht einfach alle meine Textilien von mir werfen sollte, als kleine Ablenkung gewissermaßen, aber dann lasse ich es lieber. Mike zuliebe.
    
    Er hat schon Trouble genug, auch mit mir. Außerdem hätte das dann so einen Touch von Neid gehabt. Und das muss ja nicht sein. George ist wirklich nicht mein Typ. Ich ziehe da den wilden Mike vor. Also umarme ich gleich mal meinen Mike und gebe ihm einen langen und sehr tiefgehenden Kuss. Das kennt er noch gar nicht von mir. Aber ich weiß genau, warum ich das jetzt tue. Damit sind die Fronten geklärt. Der Mike gehört wieder zu mir und der George kann gerne seine geliebte Renee haben. Mike scheint der Verlust von Renee aber doch noch ein klein wenig zu schmerzen. Er schaut schon wieder so sehnsüchtig zu ihr hin. Ich drehe seine Nase samt Augen zu mir herum und sage nur: „Denke an dein Versprechen, Mike! Willst du wieder ganz alleine sein?“
    
    „Nein, Demmi. Du hast Recht, das hätte nie was daraus werden können, mit mir und Renee. Sie ist viel zu zart für mich, das sehe ich jetzt auch. Da bleibe ich lieber bei dir, mein lieber alter Drache. Du bist so schön heiß und feurig.“
    
    „Du weißt ja noch gar ...
    ... nicht, wie heiß und wie feurig ich sein kann, Mike. Aber du musst jetzt nichts Falsches denken. Ich habe die Renee auch sehr gern und sie kann jederzeit zu uns kommen oder du kannst auch zu ihr gehen, wenn dir danach ist. Ich glaube nur, dass du dazu in Zukunft wenig Gelegenheit haben wirst, meinst du nicht auch?“
    
    „Sieht ganz danach aus, Demmi. Ich bin ja auch gespannt, wie das weiter geht mit ihr und George.“
    
    Na, bloß gut. Er hat es also kapiert. Wurde auch Zeit.
    
    Nachdem sich alle begrüßt hatten, verstauten wir den großen Reisekoffer von George in einem anderen Taxi fuhren zurück zur „Swallow“. Mike sitzt vorn beim Fahrer, um ihm den Weg zu zeigen und ich sitze mit Renee und George hinten im Fond des gelben Mercedes Benz.
    
    George hatte nur Augen und Hände für Renee und sie ganz offensichtlich alle ihre Sinne nur für ihn. Statt meiner hätte da auch ein Baumstamm drin sitzen können, es wäre kein Unterschied gewesen. Renee war beim Einsteigen schon wieder einmal „versehentlich“ ihr Brusttuch verrutscht und da hatte sie es einfach gleich ganz weggelassen. Trotzdem schien sie überhaupt nicht darüber verärgert zu sein, dass sie ihren BH nicht dran hatte. Bis heute weiß ich auch nicht, ob sie die ganze Szene nicht vielleicht doch absichtlich so arrangiert hatte. Schon bei der Anfahrt zum Hotel hatten ihre Augen so interessiert geleuchtet, als Mike uns von George erzählt hatte. Lehre mich einer die Weiber kennen. Das ist ein weites Feld, ein bodenloser Abgrund, wer wüsste ...
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