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Karibik (4)
Datum: 29.04.2021, Kategorien: Kunst, Autor: Anonym
... gehetzt und dann wäre ich die „Swallow“ los gewesen, weil die Polizei dort immer das macht, was die Voodoopriester wollen. Das nächste Problem ist nämlich, dass mein Ex-Kompagnon die Papiere der „Swallow“ auch mitgenommen hat. Ich hätte ja nicht einmal beweisen können, dass sie mir gehört. „ „Aha, verstehe…, aber warum kurbelst du es dann jetzt hoch, Mike? Wir sind doch gar nicht in Seenot, oder?“ „Nur zur Sicherheit, Demmi. Falls sich der Anker losreißt, oder dir hier irgendwas passiert, dann lege den grünen Schalter hier um, nimm dir die Sprechgarnitur und drücke auf den schwarzen Knopf am Mikrofon. Dann kannst du um Hilfe rufen. Die Loa-Agwe-Nummer läuft nämlich nicht überall so, wie auf Paradise Island. Deine Position ist: 25° 4'24.66"N, 77°18'8.45"W, Ich habe es dir hier auf diesen Zettel geschrieben. Die musst du dann immer wieder durchgeben, aber auf Englisch: twenty five degrees , four minutes and twenty four point sixty six North; seventy seven degrees, eighteen minutes and eight point forty five West .“ „Ach du dickes Elefantenei! Was soll mir hier denn schon passieren, Mike? Wir liegen doch in Sichtweite des Hafens.“ „Na eben, nur in Sichtweite und nicht an der bewachten Pier, weil ich eben nicht regulär anlegen kann. Dazu fehlt mir die Genehmigung. Und um die zu kriegen, fehlt mir die große Funkstation, die ich ohne Motor aber nicht nutzen kann. Also gib dir bitte Mühe, möglichst nicht aufzufallen, Demmi. Ich bin ...
... bald zurück, aber eine kleine Weile könnte es doch schon dauern. Das kommt ganz auf die Umstände an.“ Da weiß ich leider noch nicht, was er unter „Umstände“ versteht. Mike ist an Land und ich liege auf dem Achterdeck, habe die Beine in Richtung der Sonne ausgerichtet und lasse mir die letzten blassen Stellen am Körper goldbraun brutzeln. Ich weiß nicht, wie viel Zeit vergangen ist, da höre ich ein näher kommendes Motorengeräusch. Ich richte mich auf, schaue in die Richtung des Motorengeräusches und kriege einen mächtigen Schreck. Da kommt ein Polizeiboot auf mich zu. „New Providence Coast Guard“ steht in großen weißen Buchstaben am dunkelblauen Bug. Da sind sie auch schon da. Einer hält ein Megaphon in meine Richtung und ruft hinein: „Hallo „Swallow“! I’m calling sailboat „Swallow“! You may not take anchor on this ground. This place is too much nearby the harbour inlet for carriers, ferries and passenger-liners.” Ich erhebe mich und drehe die Handflächen hin und her. „Nix verstehen!“ Das Polizeiboot hat inzwischen beigedreht und stoppt direkt neben der „Swallow“. Der Mann starrt mich an, wie einen Geist. Die zwei Männer drinnen auf der Brücke grinsen amüsiert. Der Mann zieht die „Swallow“ mit einem Bootshaken an das Polizeiboot heran und kommt über die Bordwand herüber geklettert. Sehr sportlich, ein hübscher Kerl ist es auch. Aber er traut dem Frieden hier nicht, das kann ich ihm ansehen. „Lady, Please, would You please take on Your clothes?“ Diesen scheuen ...