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Karibik (4)
Datum: 29.04.2021, Kategorien: Kunst, Autor: Anonym
... wohlgeformten Körper an, dass nirgendwo auch nur die geringste schräge Falte zu sehen ist, und so, dass sie ihren Körper absolut vollkommen betont, als hätte sie gar nichts an. Und ich stehe hier und habe wirklich nichts an. Dieses Weib duftet, wie die edelsten Blumen und Düfte des Paradieses, und ich? Ich stinke, wie eine verschlafene oberbayrische Almbäuerin, die gerade aus dem Kuhstall vom Frühmelken kommt. Mikes verlotterte Koje ist ja schließlich auch nicht gerade das Bett von der Erbsenprinzessin. Nein, das ist es wirklich nicht. Es riecht nach Ritterschweiß, Lanzenfett und Drachensaft. Mike! Wie kannst du mir nur so etwas antun? Was habe ich verbrochen? Was habe ich dir getan? Nicht einmal splitterfasernackt vor einem ganzen Saal voller angezogener Männer habe ich mich jemals so in Grund und Boden geschämt, wie jetzt hier vor dieser Frau. Nie! Zum ersten Mal in meinem Leben laufe ich vor Scham rot an und kriege kein Wort mehr heraus. Mike versucht stotternd zu erklären: „Demmi, …, es ist,…ist nicht so, wie du jetzt denkst. Das, …das musst du doch verstehen, Demmi, …, es gab Probleme mit den Papieren für die Versicherung, und Renee hat mir nur geraten, den ursprünglichen Besitzer der „Swallow“, den, …den George Hammermacher in Monaco anzurufen, von dem ich sie gekauft habe. Renee spricht nämlich vier Sprachen, auch Deutsch, weißt du? Nur der George kann mir jetzt noch helfen, weil er eine beglaubigte Kopie von dem Kaufvertrag hat. Renee hat mir ...
... nur dabei geholfen, …also, dabei geholfen, den George ausfindig zu machen, seine Telefonnummer. Sonst war da nichts,…, wirklich nicht, Demmi, …, das kannst du mir…“ „Ja, ja, Mike, du kannst mich auch, aber etwas ganz anderes, als gestern.“ Genau in dem Moment, als er beteuerte, nichts mit ihr gehabt zu haben, da habe ich nämlich nicht ihn, sondern SIE angeschaut. Sie hat dabei nicht etwa zu Boden oder zu Mike, sondern scheinbar ganz unbeteiligt in den Himmel geblickt. Dabei hat sie aber gelächelt, wie ich gestern nach dem ersten Fick mit Mike: wie die Mona Lisa. Ich weiß bescheid, Mike. Außerdem brauche ich ja nur an dir zu riechen, Mike. Da ist doch sowieso schon alles klar. Mir kannst du nichts vormachen! Sie steht da, wie die unnahbare große majestätische Queen an der Reling neben der Bootsleiter, die ich sonst immer zum Baden herunterklettere. Ich trete einfach durch die Lücke in der Reling, die zur Leiter führt, und lasse mich dicht neben ihr an der Bordwand ins Wasser plumpsen. Ich mache die größte Arschbombe, die ich jemals fertig gekriegt habe und hoffe inständig, dass Renee und ihre Galauniform soviel wie möglich von dem Wasser abgekriegt haben. Wenigstens diese kleine Rache will ich jetzt haben! Dann klettere ich die Leiter wieder nach oben, um meine Rache zu genießen. Dabei gleite ich mehrmals mit den Fingern und Füßen von der Leiter ab, schiebe es aber auf die Nässe. Keiner von den beiden schimpft oder lacht. Sie schauen nur beide ganz entsetzt auf meinen ...