1. Die Villa am Ende der Straße


    Datum: 26.05.2021, Kategorien: BDSM Autor: byOttoBindender

    Alina machte es nicht des Geldes wegen. Sie wäre, wenn sie nur in ihrem Beruf gearbeitet hätte, zwar nicht reich gewesen, hätte sich aber doch so manchen kleinen Luxus leisten können. Aber sie genoss den Nervenkitzel ihrer nächtlichen Unternehmungen und daher gönnte sie sich ein Mal im Monat ein Wochenende, bei dem sie offiziell ihren Freund im 500 km entfernten Berlin besuchte. Doch in Wirklichkeit zog sie los, um ihren nächsten Bruch zu begehen.
    
    Es hatte noch zu Schulzeiten angefangen. Die ganze Schule und sogar die Presse hatten über die Brosche der Direktorin gesprochen, die aus deren verschlossenem Büro verschwunden war. Niemand hatte Alina verdächtigt, obwohl sie von dem Geld, das sie dafür bekommen hatte, sogar ihre Freundinnen zu einem Cocktailabend eingeladen hatte. Seitdem war sie angesteckt worden und man nannte die unbekannte Einbrecherin in den Zeitungen „die Elster". Gut, nicht der beste Spitzname, aber immerhin einer, den sie sich durch die hilflose Wut der sie vergeblich suchenden Polizei verdient hatte.
    
    Und heute Abend würde sie nun endlich die Villa Rosa heimsuchen. Diese verdankte ihren Namen der eher suboptimalen Farbgebung, es war aber nichtsdestotrotz ein eindrucksvolles Gebäude. Alina kannte es recht gut, denn seitdem ihr normale Einbrüche zu langweilig geworden waren, hatte sie eine spezielle Masche entwickelt: stand ein Anwesen zum Verkauf, mischte sie sich unter die Interessenten und bei den Besichtigungen kundschaftete sie dann die möglichen ...
    ... Sicherheitslücken aus. Diese Villa verfügte über ein modernes Kamerasystem, doch erfasste dieses nicht den ersten Stock. Und von dem überhängenden Ast eines Baumes konnte man nahe genug herankommen, um eines der Fenster zu öffnen.
    
    Alina trug das, was sie ihre „Berufskleidung nannte: schwarze Sneaker, schwarze Leggins und ein eng anliegender schwarzer Pullover. Die ebenfalls schwarze Sturmhaube trug sie eher des Effekts wegen. Sie hatte die Mauer überwunden, war zu dem Baum geschlichen und auch die kurze Kletterpartie hatte ihr keine Mühe bereitet.
    
    „Komisch."
    
    Das Fenster, durch das sie sich Einlass verschaffte, war nur angelehnt. Manche Leute machten es einem einfach zu leicht. Alina schlüpfte lautlos in den dunklen Raum und sah sich mit Hilfe ihrer kleinen Taschenlampe um. Es schien ein Gästezimmer zu sein, nichts, wo man für gewöhnlich Wertgegenstände aufbewahrte.
    
    Alina horchte, dann trat sie auf den Gang. Sie zuckte zusammen, als sie ein Geräusch hörte. Da, aus einer angelehnten Tür wenige Meter entfernt, drang Licht. Verdammt! Sie zog sich normaler Weise schnell zurück, wenn die Hausbesitzer anwesend waren, doch dann hörte sie das Stöhnen. Ein weibliches Stöhnen. Alina lächelte unter ihrer Maske. Offenbar waren die Besitzer gerade sehr intim beschäftigt.
    
    Getrieben von Neugierde, schlich Alina über den Korridor. Dann spähte sie hinein -- und hätte fast aufgeschrien. Es verwunderte sie nicht, eine nackte Frau auf dem Bett vorzufinden -- wohl aber die Tatsache, ...
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