1. Geliebter Dämon 01: Der fremde Mann


    Datum: 17.06.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byPhiroEpsilon

    ... Junge. "Deine Freundinnen sind schon gewaltige Plappermäuler."
    
    Wie?
    
    Er hatte doch nur ein paar Worte mit jeder gewechselt. Hatte er sich etwa mit ihnen über
    
    mich
    
    unterhalten?
    
    Er lächelte wieder dieses Lächeln.
    
    O. Mein. Gott.
    
    So aus der Nähe sah es noch viel besser aus als von weitem. Hitze stieg in mir auf.
    
    Wieder dieses Gefühl, als würde ich mich von außerhalb beobachten. Die weit aufgerissenen Augen, die geröteten Wangen. Diese Frau war geil, brauchte ganz dringend einen Mann. Diesen Mann.
    
    Meine Hand legte sich wie von selbst auf seine Brust. Seine Körperwärme drang durch sein Hemd direkt in mich. "Was?", brachte ich wieder heraus. Was machte er mit mir? Das war doch nicht normal.
    
    Er streichelt mit dem Rücken seiner Hand über meine Wange. Nein, seine Hand berührte meine Wange überhaupt nicht, und dennoch stieg die Erregung in mir immer weiter an. Hitze wallte auf, wie ich sie noch nie gespürt hatte. Unsichtbare Hände schienen über meinen Körper zu streicheln, über meine Nippel, die Innenseiten meiner Oberschenkel, und endlich — ich konnte es nicht mehr erwarten — spürte ich sie an meiner Muschi. Sie drangen in mich ein und ich kam. Ein Orgasmus überrollte mich, wie ich ihn noch nicht erlebt hatte.
    
    Und das alles geschah, während ich vollständig angezogen unbeweglich vor ihm stand, meine zitternde Hand immer noch auf seiner Brust, sein Lächeln warm und freundlich. Ich zuckte zurück, schnappte nach Luft, und sah mich verstohlen um. Niemand ...
    ... schien bemerkt zu haben, was gerade mit mir geschehen war.
    
    "Was ... war das?", japste ich.
    
    "Ein Vorgeschmack", sagte er, jetzt wieder mit diesem verschmitzten Grinsen.
    
    "Worauf denn?"
    
    "Auf das, was noch kommt. Trink erstmal einen Schluck."
    
    Ja, das brauchte ich jetzt. Die ganze Situation war so absurd, dass ich mich nach etwas Vertrautem sehnte. Der Geschmack des Cocktails auf meiner Zunge brachte mich wieder herunter, ließ Ruhe in mir einkehren. Oder so ...
    
    Was war hier nur los? Ich versuchte zu denken wie die Kriminalkommissarin, die ich nun einmal war. Der Kerl vor mir konnte mir nichts in den Drink getan haben. Hatte er irgendwelche Pheromone versprüht? Aber müsste ich dann nicht immer noch etwas davon merken? Momentan fühlte ich mich völlig klar.
    
    "Na", fragte er in meine Gedankenkette hinein. "Bist du zu einer Entscheidung gekommen?"
    
    "Entscheidung worüber?"
    
    "Ob du mit mir schlafen willst oder nicht."
    
    Bumm!
    
    Der Kerl machte wirklich keine halben Sachen. Und? Wollte ich? Klar. Jemand der so etwas mit einer Frau machen konnte, ohne sie überhaupt zu berühren war jemand, den man sich fangen und in ein Einmachglas stecken musste, um ihn nur fürs Bett herauszuholen.
    
    Aber war das sicher? Was, wenn das hier der Serien-Vergewaltiger war, den wir schon seit Wochen suchten? Was, wenn das eben die Masche war, mit der er seine Opfer einfing?
    
    Irgendein Chemiecocktail in der Luft um ihn herum? Aber ich passte nun überhaupt nicht in das Beuteschema, das ...
«1234...9»