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Immer mit dem Wind
Datum: 26.06.2021, Kategorien: 1 auf 1, Autor: Kastor Aldebaran
... kosten zu wollen. Es piekte und brannte immer wieder auf der nackten Haut. Es war zum verrückt werden. Zog man sich etwas an, dann war man innerhalb von Minuten nassgeschwitzt und kam vor Hitze um. Zog man sich aus, umschwirrten einen wohl millionen kleine Quälgeister. Unter Deck zu gehen wäre die dritte Möglichkeit gewesen, aber dort erstickte man nach wenigen Atemzügen, außerdem hatten die Quälgeister den Weg auch schon gefunden. Also blieb einen einfach nur übrig, so wenig anzuhaben und sich die Zeit damit zu vertreiben, um sich zu schlagen. Da unter anderem ich Nachtwache hatte, hatten wir wenigstens etwas zu tun und schliefen nicht ein. Nur einmal meinte ich plötzlich ein Licht zu sehen, aber in dem Moment als ich Richard es zeigen wollte, war es wieder verschwunden. Also nahm ich an, dass es nur in meiner Phantasie gewesen war und behielt es für mich. Stunden später kam der Morgen, und wie immer wenn man sich in der Nähe des Äquators aufhielt, sehr plötzlich. Plötzlich sahen wir einige dunkle Gestalten am Ufer auftauchen. Gut, sie waren keine dunklen Gestalten in der Form, sondern ihre Haut war sehr dunkel. Halt Farbige wie sie hier zuhause waren. Zumindest hatte ich davon gehört. Spärlich bekleidet mit einfachen Waffen wie Speeren standen sie da und sahen zu uns herüber. Darauf hatte der Kapitän anscheinend gewartet. Er gab dem Ersten einige Anweisungen, ließ das Beiboot zu Wasser und nahm zwei Freiwillig mit. Gut, ob Richard und ich wirklich Freiwillige ...
... waren kann ich jetzt nicht mehr sagen. Vorgedrängelt hatten wir uns jedenfalls nicht, aber die Wahl fiel auf uns. Vielleicht hatte der Alte sich aber auch gesagt, sollte Richard und mir etwas zustoßen, hätte der dann die Dolche für sich. Aber daran glaubte ich nicht, dafür schätzte ich ihn für zu ehrlich ein. Jedenfalls fuhren wir zu viert an Land und kaum hatten wir unsere Füße an Land gesetzt, ruderte der vierte auch schon zum Schiff zurück. Da standen wir also, drei Männer gegen wohl zwanzig und dann auch noch vollkommen unbewaffnet. Aber was hätten wir auch gegen sie alle unternehmen können, zumal nicht auszumachen war, ob nicht in der dichten Ufervegetation noch mehr von ihnen waren. Also standen wir da und warten ab. Dann löste sich einer aus der Gruppe und kam auf uns zu. Misstrauisch beäugte er uns zuerst und machte uns dann ein Zeichen, dass wir ihm folgen sollten. Gut, darum schienen wir hier zu sein und wir drei folgten ihm. Nur zwei Minuten später verschwanden wir im Dickicht des Ufers und folgten einem Weg, den wir kaum erkennen konnten, unser Führer aber genau zu kennen kannte. Wohl eine Stunde liefen wir zwischen der Gruppe immer vom Flussufer weg. Das einzige war sich dabei änderte war die Vegetation. Je weiter wir vom Fluss weg waren, umso spärlicher wurde es. Doch dann kamen wir auf eine gerodete, große Lichtung und standen vor einer Art Dorf mit vielen kleinen, runden Lehmbauten. Kaum wurden die Bewohner gewahr, dass wir da waren, sammelten sie ...