1. Spielt diese Geschichte wirklich im 19.Jahrhundert? Ist sie wahr oder erfunden?


    Datum: 10.07.2021, Kategorien: Sonstige, Autor: Weltensegler

    ... anzuziehen, war auch nicht ganz leicht. Bei uns auf der Burg hatte ich ja eine Zofe, die mir dabei half. Hier war ich allein und dann auch noch Männerkleidung. Noch nicht einmal vornehme, sondern wie die Bauern sie tragen.
    
    Die Mamsell hatte sogar an Schuhe gedacht. Es tat schon höllisch weh, diese über die zerschundenen Füße zu bekommen.
    
    Ich sagte mir dabei nur: Du hast es bis hierher geschafft, dann schaffst du es auch weiter.
    
    So schlich ich mich langsam, Schritt für Schritt weiter.
    
    Bald konnte ich nicht mehr. Das sah ich eine Hütte. Egal ob da jemand ist oder auch nicht, da mache ich eine Pause. Zum Glück war niemand da. Direkt daneben war ein kleiner Bach mit glasklarem Wasser. Hiervon trank ich erst einmal eine ganz Menge. Danach kühle ich meine Hände und Füße darin.
    
    Müde und zerschlagen, schlich ich mich in die Hütte. Ich sah nur das Bett, sonst nichts. Darauf wankte ich zu und fiel wie ein Sack darauf. Sofort bin ich eingeschlafen.
    
    Wie lange ich geschlafen habe weiß ich nicht. Es wurde jedenfalls schon wieder dunkel.
    
    Plötzlich küsste mich jemand auf meine Stirn. Liebe Katharina, kam die Stimme wieder, nun ist es das letzte Mal, dass ich dir helfen kann. Ab hier bist du alleine für dich verantwortlich.
    
    Wer bist du, fragte ich die Stimme. Das darf ich dir nicht sagen. Nimm es als guten Geist, dann ist alles in Ordnung.
    
    Wenn du nun den Waldweg immer geradeaus gehst, kommst du an ein kleines Dorf mit einem noch kleineren Hafen. Hier werden zwei ...
    ... Schiffe liegen. Nimm das kleine, vergammelt aussehende Schiffchen. Der Fischer wird dir weiterhelfen. Behandle ihn gut, du wirst alles gute 3 x zurückbekommen. Der andere Bootsherr wird sich auch um dich bemühen. Gehe nicht zu ihm, er ist ein Dieb.
    
    Dann war alles still. Wo bist du, lasse mich doch nicht alleine, rief ich. Eine Antwort bekam ich nicht mehr.
    
    Was blieb mir anderes übrig, als die Schuhe anzuziehen. Was war denn damit geschehen? Sie waren in den letzten Stunden geheilt. Auch die Hände wiesen keine Wunden mehr auf.
    
    War es ein Geist, der mir geholfen hat oder war es der Herr des Himmels? Kaum hatte ich das gedacht, da blitzte es einmal ganz grell auf, ohne zu donnern.
    
    Ich war so dankbar, dass mir der Weg gar nicht mehr schwerfiel. Am frühen Morgen sah ich das Dorf vor mir. Auch die beiden Schiffe sah ich schon von weitem.
    
    Direkt zum Hafen, ging ich. Zwei Männer stritten sich da. Ich hörte nur: Der erste Mann, der hier vorbeikommt, wird mit auf mein Schiff genommen, sagte der vornehme Herr. Nichts da, der gehört mir. Ich war vor dir hier.
    
    Bisher hatten sie mich noch nicht gesehen. Deshalb schlich ich mich ganz vorsichtig zu dem kleinen verwahrlosten Boot. Da die Männer mich nicht sehen konnten, lief ich schnell über die Planke auf das Schiff.
    
    Viele Verstecke gab es hier nicht. Wenn der Schiffer kommt, wird er mich gleich sehen. Ob er mich wohl gleich wieder davon jagt?
    
    Da kam er auch schon. Kaum auf dem Schiff zog er zunächst einmal die Planke ...
«12...678...21»