1. Thao 24


    Datum: 18.07.2021, Kategorien: BDSM Autor: bySena78

    ... du selbst auch, oder?"
    
    Sie lachte heiser auf.
    
    „Klar! Lebst du nur für andere? Fuck, was bist du denn für ein Idiot?"
    
    Der Junge schwieg. Er hätte ihr in diesem Moment gern wehgetan.
    
    „Kapierst du es nicht, Karl? Er hat mich nicht um meiner selbst willen geliebt! Er wollte das Stück Fleisch zwischen meinen Beinen, in das er sein Schwänzchen stecken konnte, wenn ihm danach war. Oder meine Stimme hören, die vielleicht gut genug gewesen ist, um ihn auf seiner Gitarre begleiten zu dürfen. Aber sonst? Nach der Nacht, in der ich ihm das von mir gegeben hab, was er haben wollte, dachte er, ich würde ihm gehören. Es war der blanke Horror, Karl. Dein „Freund" war ein Psychopath, der mich und sich selbst in Situationen gebracht hat, in denen ich ihn am liebsten ..."
    
    Lena blickte den Jungen ruhig an.
    
    „Er war nicht der Erste und er wird nicht der Letzte gewesen sein."
    
    Sie sah über ihre rechte Schulter zu der großen, blonden Frau hinüber.
    
    „Auch sie hat einen Grund, warum sie das und alles andere für dich tut. Vielleicht nennst du das ja Freundschaft, aber es steckt Absicht dahinter. Auch wenn es dir nicht offensichtlich erscheint."
    
    Sie stand auf, sah auf den Jungen zu ihren Füßen hinunter.
    
    „Du bist breiter geworden. Schaust richtig gut aus, Karl."
    
    Sie drehte sich um und ging auf die Domina zu.
    
    „Was war dein Grund bei Simon?"
    
    Sie blieb stehen, drehte sich wieder zu ihm um.
    
    „Ich glaubte, dass jemand, der so viel besitzt wie er, auch glücklich sein ...
    ... müsste. Ich habe gehofft, er würde mir etwas davon abgeben können."
    
    Sie lachte heiser auf, es hörte sich nicht authentisch an für den Jungen.
    
    „Ausgerechnet Simon sollte mir Glück bringen. Scheiße!"
    
    Ihr Körper bebte.
    
    „Scheiße! Ausgerechnet er."
    
    Ihre Fassade brach, Tränen füllten ihre Augen.
    
    „Ausgerechnet er."
    
    Karl stand auf und schloss das dünne Mädchen in seine Arme. Er hatte sich geirrt. Dieses Treffen hatte keinem von ihnen geholfen.
    
    „Hey!"
    
    Karl zuckte erschrocken zusammen. Es war schon vor einiger Zeit dunkel geworden. Bestimmt war es schon eine Stunde her, seitdem Xena und Lena davongefahren waren.
    
    Er musste an das hagere Mädchen denken. Wie lange er sie in seinem Arm gehalten hatte, wie lange sie und er selbst gebraucht hatten, um sich wieder zu beruhigen. Sie hatten sich nochmals auf die Mauer gesetzt, noch einmal über Simon gesprochen.
    
    Er hatte Lena vorgeschlagen, an die schönen Situationen und Momente zu denken, die sie mit Simon verbunden hatten, und darauf gehofft, dass auch sie für sich welche finden konnte.
    
    „Es hat sich hier nichts verändert."
    
    Thao sah sich um, bevor sie sich zu ihm setzte. Karl legte seinen Arm um ihre Hüften.
    
    „Danke, dass du gekommen bist."
    
    Sie wandte sich ihm zu und gab ihm einen Kuss.
    
    „Ich liebe dich!"
    
    Er blickte in ihre braunen Augen, die ihn aufmerksam ansahen.
    
    „Ich dich auch."
    
    Er fühlte ihre Finger über seine Nase und seine Lippen gleiten. Es war schön und half ihm mehr, als sie ...
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