1. Thao 24


    Datum: 18.07.2021, Kategorien: BDSM Autor: bySena78

    ... vielleicht ahnte.
    
    „Du hast geweint?"
    
    Er nickte.
    
    „Lena auch."
    
    Thao verstand
    
    .
    
    „Das ist das Einzige, was neben der Zeit wirklich hilft, glaube ich."
    
    Ihr Kopf kam auf seiner Schulter zu liegen.
    
    „Wie war es?"
    
    Karl zögerte.
    
    „Ich weiß es nicht. Ich fühle mich im Moment einfach nur scheiße, aber Lena vielleicht nicht mehr ganz so. Dann hat es wenigstens etwas gebracht."
    
    Thao hob ihren Kopf und sah ihn erstaunt an.
    
    „Wieso? Ist es ihr egal?"
    
    Karl schüttelte seinen Kopf.
    
    „Dann hätten wir wohl kaum miteinander geheult, oder?"
    
    Thao nickte, er hatte natürlich recht.
    
    „Was also meinst du?"
    
    „Durch Simons Tod hat sie für sich einen Grund gefunden, von hier zu verschwinden. Sie fühlt sich jetzt das erste Mal frei."
    
    Thao legte ihren Kopf wieder zurück auf seine Schulter.
    
    „Ist viel passiert seit damals, oder?"
    
    Karl nickte. Er wusste, was sie meinte.
    
    „Ich hatte damals echt Schiss vor dir."
    
    Thao konnte nichts anderes, sie musste lachen.
    
    „Naja. Das hat sich ja mittlerweile gelegt, wie es scheint."
    
    Karl wandte ihr langsam sein Gesicht zu, gleichzeitig entzog er ihr seinen Körper.
    
    „Nein, hat es nicht."
    
    Die Punkerin fühlte, worum es ihm ging. Sie wollte aber nicht darauf eingehen. Nicht jetzt, nicht hier. So schwiegen sie beide, starrten wieder hinunter auf den Fluss.
    
    „Du wolltest eigentlich nicht herkommen, oder?"
    
    Thao schüttelte ihren Kopf.
    
    „Nein. Wollte ich nicht. Es erinnert mich zu sehr an ihn."
    
    „Und warum ...
    ... bist du dann doch hergekommen?"
    
    Sie schloss die Augen. Verbitterung machte sich in ihr breit.
    
    „Wegen dir, Karl. Auch wenn es dir so schwerfällt, mir zu glauben. Ich gehe dorthin, wo du hingehst, egal, wie schwer es mir auch fällt. Das ist es, was du hören willst, oder?"
    
    Die letzten Worte hatten gereizt geklungen. Karl starrte vor sich hin. Es wurde von Tag zu Tag schlimmer.
    
    „Ich habe einfach Angst, dass auch du gehst, dass diese Scheiße dir wichtiger ist als ich. Es würde einfach passen, weißt du? Simon geht. Du gehst."
    
    Thao stieß ihm schmerzhaft gegen seine Schulter.
    
    „Warum vertraust du mir nicht? Verfickte Scheiße, warum nicht? Du hörst dich mittlerweile schon an wie er!"
    
    Der Junge schüttelte seinen Kopf und stand auf. Er sah nicht zu ihr hinunter, sondern ging den Weg zur Fabrik zurück. Sie folgte ihm, wusste sie doch, dass sie mit ihren letzten Worten übertrieben und das für ihn erträgliche Maß überschritten hatte.
    
    „Warte, Karl! Scheiße! Jetzt warte!"
    
    Das Mädchen lief ihrem Freund hinterher.
    
    „Das war Kacke jetzt. Mann! Jetzt bleib doch stehen!"
    
    Der Junge verlangsamte seine Schritte. Endlich hatte sie ihn eingeholt. Er aber blieb mit dem Rücken zu ihr stehen.
    
    „Thao? Du hast es mir versprochen, oder nicht?"
    
    Sie schloss ihre Augen, ballte ihre Hände zu Fäusten und stampfte mit dem Fuß auf den Boden.
    
    „Ich weiß! Mensch, ich weiß es doch! Ich höre auf, gib mir nur noch ein wenig Zeit!"
    
    „Bis zum Ende der Ferien?"
    
    „Karl. Es ist nicht ...
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