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Alisha -- Vorgeschichte 01
Datum: 24.07.2021, Kategorien: BDSM Autor: byAstrum Argenteum
... Schläge, gebrochene Nasen, süsse Tränen, bis keiner mehr es wagte sie auch nur anzuschauen. Sie flog von der Schule. Die Schläge zuhause. Das Geschrei, das Elend. Das Jugendamt. Und es ging immer noch schlimmer. Sie landete auf einem katholischen Mädcheninternat im Rheinland, einer „Institution" für schwierige Fälle. Die Schikanen wurden hier noch schlimmer, erniedrigender, nun nicht nur durch ihre „Mitschülerinnen", sondern auch durch ihre Lehrerinnen, sogenannte „Schwestern", die in Alisha ihre eigene Antithese sahen, jemand der sich nicht beugen wollte, und irgendwie ein komisches Verhältnis zum Teufel zu haben schien. Als die anderen Schülerinnen schnell merkten, dass Alisha ihnen körperlich überlegen war, begannen sie sich Formen der Marter und Erniedrigung auszudenken, wie sie sich nur pubertierende Mädchen vorstellen können. Alisha zögerte lange damit, mir die Einzelheiten zu erzählen. Als sie es dann nach und nach tat, wurde ich von einer unfassbaren Traurigkeit erfasst, von glühendem Hass, von einem Gefühl absoluter Hilflosigkeit. Hier ist noch nicht der Ort und der Moment, diese Dinge zu erzählen, aber nur so viel: Alisha wurde aufs Äußerste schikaniert und gedemütigt, und es brachte sie an den Rand dessen was sie ertragen konnte. Zu Beginn reagierte sie noch auf ihre Weise, mit Gewalt, rastete aus, drohte wohl auch einmal einer Mitschülerin an, sie umzubringen. Doch es endete nur wieder in Disziplinarstrafen, Arresten, mehr Demütigungen. Es gab ...
... keinen Ausweg. Sie richtete den Hass und die Verzweiflung gegen sich selbst, ritzte sich, fügte sich selbst Gewalt und Erniedrigung zu. Sie versank in ihrem Schmerz, in der Hoffnung, darin zu ertrinken, oder zumindest betäubt zu sein. Was genau ihre Veränderung herbeiführte, ist schwer zu sagen. Sie erzählte mir einmal von einem Schlüsselmoment, einem Moment der Klarheit den sie erlebte, just als sie wieder mit den übelsten Demütigungen durch ihre Mitschülerinnen konfrontiert wurde. Sie beschrieb den Moment als eine Art Katharsis, eine spirituelle Reinigung. Sie hatte zuvor damit begonnen, die Werke von Aleister Crowley zu lesen, wohl mehr um die Schwestern zu provozieren. Was sie aber las, und anfing in ihrem Geist zu durchdenken, war eine Vision von Selbstermächtigung, sich aus dem Schmutz und dem Leid zu erheben, um durch den Schmerz neu geboren zu werden. Stirb und werde. Sie las Nietzsche und erkannte in ihm einen Seelenverwandten, jemand, der das Aussenseitertum und den Spott der Masse als Auszeichnung pries, statt als es als Schwäche darzustellen. In jenem Moment, als sie sich mit dem Versuch ihrer Mitschülerinnen konfrontierte, sie zu erniedrigen, verstand sie die Lektion. Sie verstand, dass die Dinge, mit denen sie Schmerz und Erniedrigung assoziierte, Waffen werden konnten, die sich gegen jene richten, die ihr schaden wollen. Sie verstand, dass sie unbesiegbar werden kann, wenn sie die Kontrolle darüber erhält, was andere als Schmerz und Erniedrigung ...