1. Cora's Huette am See


    Datum: 30.07.2021, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: byblackpencil6

    ... Eisen mit beiden Händen hoch über den Kopf und wartete.
    
    Eine scheinbare Ewigkeit verging, in der mir das Herz beständig bis zum Hals schlug. Dann sah ich, wie die Klinke sich langsam nach unten bewegte. Cora wedelte mir mit der Hand noch einmal hektisch zu, dass ich mich hinter dem Bett verstecken solle und ich ging auf Tauchstation.
    
    Der Dielenboden knarrte leise, als jemand schweres näher kam. Meine Vorstellungskraft schlug Purzelbäume und ich hielt die Ungewissheit nicht mehr aus. Ich musste wissen, wer der Eindringlich war. Ganz langsam hob ich meinen Kopf, bis ich mit den Augen über die Sofakante sehen konnte. Im schwachen Licht erkannte ich eine große, breitschultrige Gestalt. Ungekämmte Haare umrahmten ein unrasiertes Gesicht mit einem vorstehenden Kinn und schiefer Nase. Die Oberarme in der fleckigen, hellblauen Arbeitsjacke sahen dicker aus als meine Oberschenkel. In einer topfdeckelgroßen Hand ging das Küchenmesser, das er mitgebracht hatte, beinahe unter.
    
    Cora holte, den Schürhaken hoch über ihren Kopf erhoben, zu einem gewaltigen Schlag aus. Durch das Aufrichten klaffte ihr Bademantel weit auf und gab einen ungehinderten Blick auf ihren nackten Körper frei. Aber Anstand war wohl das Letzte, um das wir uns jetzt Sogen machen mussten. Mir wurde plötzlich bewusst, dass das harte Eisen mit der scharfen Spitze den Mann tödlich verletzen konnte. Erschrocken sog ich die Luft ein und schlug mir sofort die Hand vor den Mund, als ich wahrnahm, wie laut ich dabei ...
    ... gewesen war. Aber es war zu spät. Der Fremde sah in meine Richtung und entdeckte mich. War es ein sechster Sinn von ihm oder hatte mein Blick Cora verraten? Ich weiß es nicht. Jedenfalls sah der Mann irgendwie den Schlag kommen und riss gerade noch rechtzeitig seine Hand nach oben. Statt des Kopfes traf der Schürhaken in halber Höhe auf den Arm und glitt ab, ohne Schaden anzurichten. Aus der gleichen Bewegung heraus drehte sich der Angegriffene, schneller als ich es einem Mann seiner Masse je zugetraut hätte, zu Cora herum und seine geballte Faust krachte gegen ihr Kinn. Ihr Kopf flog nach hinten und wie eine Marionette, der man die Fäden abgeschnitten hatte, klappte sie zu Boden.
    
    Mit einem Aufschrei stürzte ich hinter dem Bett hervor und flog zu Cora. Der Fremde nahm eine Abwehrhaltung ein, kam aber schnell zu dem Schluss, dass ich keine Bedrohung für ihn wäre, und entspannte sich wieder, als ich neben Cora auf die Knie fiel. Ihr halbes Gesicht war knallrot angelaufen und ihre Lippe aufgesprungen. Gott sei Dank atmete sie, wenn auch schwer.
    
    Bevor ich mich um meine Freundin kümmern konnte, packte mich eine grobe Hand an der Schulter und zog mich auf die Beine. Ein zweite Hand nahm mir den Stoffgürtel, den ich noch immer gedankenlos festhielt, ab. Ich wurde herumgewirbelt und ehe ich mich versah, waren meine Handgelenke hinter meinem Rücken so fest verschnürt, dass es schmerzte.
    
    „Aua, Sie tun mir weh!", heulte ich, „Was wollen Sie überhaupt von uns?"
    
    „Schnauze! Ich ...
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