1. Die Mitte des Universums Ch. 100


    Datum: 16.09.2021, Kategorien: Erotische Verbindungen, Autor: byBenGarland

    100. Kapitel -- Anna und Ben sehen sich wieder
    
    "Ben, ich weiß nicht, ob ich das kann," sagte Anna plötzlich.
    
    "Du, das ist keine Bühnenaufführung," entgegnete ich langsam und zog an meiner Zigarette. "Du musst eigentlich gar nichts bestimmtes machen ..." fügte ich irgendwie halbherzig noch an.
    
    Plötzlich schien sie nachdenklich geworden. Anna und ich saßen in dem Café, in dem wir uns in der Geschichte, die ich für sie -- für uns -- vor knapp einem Jahr geschrieben hatte, um erst ein wenig zu plaudern und dann in das alte Hotel zu gehen, um aufs Neue unsere Lust aufeinander zu konsumieren. Aber nun hatte sie offenbar Zweifel, deren Quelle allerdings unklar war.
    
    Anna war eine ehemalige Schülerin von mir, die mittlerweile fast 19 war und in Saigon studierte. Als sie unsere Kleinstadt vor knapp einem Jahr verlassen hatte, um an die Uni zu wechseln, hatten wir uns nicht noch einmal gesehen, aber ich hatte meine emotionale Energie sublimiert und genutzt, ihr eine flammende Geschichte hier aufLiterotica zu widmen, die eine ihrer Kommilitoninnen in Saigon dann aber entdeckt und Anna darauf aufmerksam gemacht hatte.
    
    Anna und ich mussten uns natürlich, so schnell es ging, wiedersehen, nachdem wir vor ungefähr zwei Wochen an einem furchtbar heißen Tag in einem einfachen Restaurant am Strand knapp zwei Stunden miteinander geredet hatten und letztlich in einem bescheidenen Hotel lustvoll übereinander hergefallen waren. Als wir uns damals wieder in der Stadt, nahe ihres ...
    ... Hauses verabschiedet hatten, waren wir übereingekommen, uns den ganzen Sommer lang zu sehen, aber vorige Woche hatte sie sich nicht wohlgefühlt, weil sie ihre Periode hatte. Und es war ja eh Hanhs Geburtstag gewesen, den wir mit ‚Kuchen mit Sahne' ja auch ausgiebig gefeiert hatten.
    
    Die Corona-Situation hatte sich in unserer Provinz wieder einigermaßen entspannt; Restaurants waren wieder geöffnet, und dass wir uns in dem Café, in dem wir uns in der Geschichte zunächst getroffen hatten, verabreden würden, war ausgemacht. Uns beiden war klar, dass wir die von mir verfasste Geschichte nicht eins-zu-eins nachstellen wollten, aber für den Anfang war der Ort quasi zwingend. Anna hatte ohnehin nicht schon wieder zum Strand fahren wollen. Es waren mittags immer noch mindestens 35 Grad, und sie war auch gerade erst vor zwei Tagen mit ihrer Familie morgens am Meer gewesen. Ihre Mutter war allerdings immer noch stocksauer, dass Anna damals, vor zwei Wochen während der Quasi-Ausgangssperre, vier Stunden weggewesen war. Selbst 19-jährige Vietnamesinnen standen noch sehr unter der Fuchtel ihrer Mütter; dieses Mal hatte mir Anna auch schon angekündigt, hatten wir nicht mehr als eine anderthalbe oder maximal zwei Stunden haben würden, für die sie ihre Mutter wieder anlügen und sich bei einer Freundin ein Alibi besorgen musste.
    
    „Hast Du ein schlechtes Gewissen wegen Deiner Mutter?" fragte ich sie, um zum Grund ihrer Verstimmung zu gelangen, und nahm einen Schluck von meinem Kaffee.
    
    „Ja, ...
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