1. Ein Studentenleben in den 80ern 09


    Datum: 01.10.2021, Kategorien: Erotische Verbindungen, Autor: bykleinaberfein

    ... Wochenendfortbildung. Deswegen bin ich alleine unterwegs. Das ist ja ätzend. Ich hab' zwar deutlich weniger getrunken als ihr jungen Hühner, aber fahren kann ich jetzt auch nicht mehr. Dann muss ich mir jetzt extra ein Taxi suchen und morgen früh noch einmal, um wieder zum Auto zurück zu kommen. Manfred kommt erst morgen Abend wieder und ich bin nachmittags bei einer Kollegin zum Kaffeetrinken eingeladen. Da brauche ich das Auto. Saublöd."
    
    „Ach Karinchen, das ist doch gar kein Problem. Du pennst einfach heute Nacht bei mir. Ich wohne nur drei Minuten von hier. Mitten im Bermuda-Dreieck, beste Wohnlage."
    
    „Meinst Du, das geht wirklich? Das wäre natürlich klasse."
    
    „Ja, klar geht das. Ich muss auf niemanden Rücksicht nehmen und kann morgen ausschlafen. Alles easy! Du gehst jetzt einfach mit. Morgen frühstücken wir zwei Hübschen noch nett zusammen und dann kannst Du ganz entspannt nach Hause tuckern."
    
    Als Frauke das ausgesprochen hatte, waren sie schon auf dem Weg zur WG. Karin leistete keinen Widerstand mehr, sondern freute sich, dass ihr Problem so rasch gelöst werden konnte. Die Freude war allerdings schlagartig vorbei, als beide vor der WG-Tür ankamen und Karin das Klingelschild las.
    
    „Mit wem wohnst Du denn hier so zusammen? Mal sehen. ‚Christoph Kramer'. Ach Du Schande, ich glaube, ich nehme doch lieber ein Taxi."
    
    „Hey, jetzt bleib mal locker. Christoph ist gar nicht da. Der ist das ganze Wochenende beim Skifahren. Komm doch einfach rein! Aber, sag mal, ...
    ... woher kennst Du denn den Christoph? Das ist ja ein komischer Zufall!"
    
    Inzwischen waren sie im Flur der WG gelandet und Frauke hatte das Licht angemacht. Jetzt konnte sie deutlich sehen, dass Karins Gesichtsfarbe ins Rötliche wechselte. Sonst nie um einen coolen Spruch verlegen, blieb sie die Antwort auf Fraukes Frage schuldig. Die war auch nach einigen Gläsern Wein noch in der Lage, Eins und Eins zusammenzuzählen:
    
    „Das gibt's doch gar nicht! Nein, das fasse ich jetzt nicht! ‚Akademikerin, Ende 30, gut erhalten' -- das bist doch nicht etwas Duuuuuu?"
    
    Als Karin nicht sofort widersprach, sondern verlegen den Kopf senkte, war Frauke nicht mehr zu halten. Sie schüttete sich förmlich aus vor Lachen und brauchte lange, bis sie sich beruhigt hatte. Dann wurde sie wieder ernst.
    
    „Karin, sei mir bitte, bitte nicht böse. Aber das ist soooo lustig. Weißt Du warum?"
    
    Karin wusste es naturgemäß nicht.
    
    „Weil ich ihn überhaupt erst dazu gebracht habe, auf diese Annonce zu reagieren. Ich habe die Anzeige gesehen und ihn fast gezwungen, darauf zu antworten. Am Anfang war er sich zu fein für so etwas, und dann hat er gesagt, er hätte eh keine Chance. So ein sturer Kerl. Ich hab' ihn dann dazu verdonnert, dass er sich bei seinem Bewerbungsbrief besonders viel Mühe gibt."
    
    „Das hat er auch. Das war mit Abstand die beste, offenste, schönste Antwort, die ich auf meine Anzeige bekommen habe."
    
    „Ja, das kann ich mir vorstellen. Er hat mir den Brief gezeigt."
    
    „Ich hatte ja gar keine ...
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