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Das Bangkok Syndikat 18
Datum: 03.11.2021, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78
... hinauf. Noch ehe er ganz zum Stillstand gekommen war, öffnete Nori die Schiebetür und sprang aus dem Wagen. Wie immer ignorierte sie die auf Kundschaft wartenden Damen, nahm in weit ausholenden Schritten die Treppenstufen und verschwand durch die große Eingangstür. Auf der Bühne wurden die letzten Vorkehrungen für die heutige Show getroffen. Jasmin stand auf dem Podium, dirigierte die Männer und schien sich ganz in ihrem Element zu fühlen. Trotz nicht zu knapp aufgetragener Schminke wirkte ihr Gesicht bleich, während ihre Züge eine unangenehme Härte aufwiesen. Nori ignorierte ihren fragenden Blick, ging am Rand der Halle auf die schwere Brandschutztür zu, öffnete sie und verschwand dahinter in den weitläufigen Gängen. Sie musste die Tasche mit dem Lösegeld in Sicherheit bringen, noch bevor sie auf Wang oder Bonian stieß. „Wo warst du, verdammt?" Wangs Unterführer eilte ihr keuchend entgegen. „Wang ist außer sich vor Wut. Du hast ihn warten lassen." Nori sah am Unterführer vorbei auf den Paten, der, das Telefon am Ohr und mit seiner freien Hand wild in der Luft gestikulierend, in den Hörer brüllte. Die Domina drückte sich an Bonian vorbei zum Schreibtisch, blieb davor stehen und wartete, bis Wang ihr seine Aufmerksamkeit schenken würde. Sollte er sie ruhig schlagen oder sie benutzen, wenn sie sich darauf vorbereiten konnte, würde sie es auch diesmal ertragen. Wang warf ihr einen kurzen Blick zu, zischte noch einige abschließende Worte in den Hörer und ...
... wandte sich dann an die Domina. „Geh arbeiten! Ich will dich nicht sehen." Erstaunt über die milde Reaktion des Paten lag Nori eine Erwiderung bereits auf den Lippen, doch Wang hatte sich bereits wieder von ihr abgewandt und klammerte sie demonstrativ aus seiner Wahrnehmung aus. „Hörst du nicht, was er gesagt hat?" Nori drehte sich zu Bonian um, der gerade im Begriff war, nach ihrem linken Arm zu greifen, um sie nach draußen zu bringen. „Fass mich an und du bist tot!" Ihre Augen blitzten gefährlich, doch Bonian grinste sie nur herablassend an. Noris Stern in Wangs Imperium schien zu sinken, sein eigener hingegen umso heller zu strahlen. Wenn er es vorsichtig anstellte, würde er Wang vielleicht sogar dazu bringen, diese Schlampe genauso zurückzulassen wie seine Männer. Doch selbst wenn nicht ... ihre Reise würde lange dauern, sehr sehr lange. Nori verließ Jasmins Büro und nahm die Treppe nach oben. Es entsprach nicht Wangs Art, eine Verfehlung ihrerseits ungeahndet zu lassen. Er würde nach etwas suchen, womit er sie treffen konnte, und die Domina ahnte auch bereits, worum es sich handelte. Ihr Herzschlag und Atem beschleunigten im Gleichklang, in ihrem Bauch begann es unangenehm zu ziehen. Sämtliche Nerven in ihrem Körper schienen gleichzeitig Alarmsignale auszusenden. Als die Domina ihr Appartement erreicht hatte, riss sie die Tür auf und eilte hinein. Christian! War er noch da? Sie lief durch den Flur ins angrenzende Wohn- und Schlafzimmer und ... blieb ...