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Das Bangkok Syndikat 18
Datum: 03.11.2021, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78
... letzten Schritte auf sie zueilte. „Wir sind jetzt soweit fertig. Wann willst du Tom und Alain holen? Sie müssen ja noch eingekleidet und geschminkt werden." Noris Miene wirkte gelangweilt. Was kümmerte Jasmin die Vorbereitung der Sklaven? Diese Aufgabe oblag ihr mit Sicherheit nicht. Überhaupt, diese Frau nahm sich zu wichtig. Zudem blieben bis zum Beginn der Show immerhin noch vier Stunden. Anstatt zu antworten, beobachtete die Domina Wangs Unterführer Bonian, der überall zu sein schien und die Vorbereitungen mit geschäftiger Miene überwachte. Jasmin folgte Noris Blicken, während sich die Miene der Klub-Chefin mehr und mehr verfinsterte. „Dieses verdammte Schwein. Er ist überall, mischt sich in meine Arbeit ein, hebt Anweisungen auf, die ich erteilt habe, und stellt mich vor seinen Männern bloß. Er ist noch schlimmer als Wang, glaub mir!" Nori schien dieses Mal auf die Worte der rothaarigen Frau eingehen zu wollen. Nicht, weil Jasmins Meinung teilte, vielmehr erstaunte sie dieses Engagement, das Wangs Männer für diese Show an den Tag legten. Körperliche Arbeit war diesen Männern eigentlich verpönt und ohne wichtigen Grund rührten sie sonst keinen Finger, es sei denn am Abzug einer Pistole. „Und was er alles verbrochen hat! Siehst du die letzte Stuhlreihe? Jeder Sitzplatz ist verkauft und er kommt vorhin zu mir und beansprucht sie für seine Männer. Was soll ich denn den Gästen sagen? Sie wieder ausladen?" Jasmin wartete vergeblich auf Noris Zustimmung. ...
... Immerhin schien die Domina dieses Mal zuzuhören und hatte sie nicht mitten im Satz stehen gelassen, wie sie es üblicherweise zu tun pflegte. „Und diese grässlichen Vorhänge? Die machen doch das ganze Bühnenbild kaputt. Ich habe mir mit der Deko so viel Mühe gegeben und er lässt diese Fetzen aufhängen, um die Halle abzudunkeln? Aus welchem Grund denn? Wir haben doch Jalousien vor den Fenstern." Nori schien nun genug von ihrem Geschwätz zu haben und wollte sich abwenden, doch Jasmin hielt sie zurück. „Warte, Nori! Ich bitte dich! Weißt du, was Wang vorhat? Ich habe von seinen Männern gehört, dass er aus der Stadt verschwinden will, anscheinend in den Süden. Weißt du etwas davon? Morgen schon soll er abreisen ..." „Tue einfach, was dir gesagt wird. Alles andere wirst du schon sehen." In diesem Augenblick trat Bonian an die beiden Frauen heran, schob Jasmin rücksichtslos zur Seite und wandte sich dann an die Domina. „Geh runter in den Keller, Nori! Lubana soll jetzt zwei von unseren Schaustellern Schmerzmittel verpassen. Wang ist ja kein Unmensch." Die Domina schloss die Augen und atmete tief durch. Sie wusste, wer nicht in den Genuss dieses Vorzuges kommen sollte. Wang demonstrierte ihr seine Macht, selbst ohne seine Gegenwart. „Na los! Beeile dich! Hast du nicht gehört, was ich dir befohlen habe?" Jasmin blickte zwischen den beiden hin und her. Selbst sie konnte nicht glauben, wie viel Nori von jener Gunst eingebüßt hatte, die ihr der Pate jahrelang ...