1. Das Bangkok Syndikat 18


    Datum: 03.11.2021, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78

    ... gewährt hatte. Früher wäre sie froh gewesen ob dessen und hätte es ihr von Herzen vergönnt, jetzt fühlte sie, wie die Grundfesten des Klubs erschüttert wurden und sich Veränderungen abzeichneten, die möglicherweise all das, was man über Jahre hinweg aufgebaut hatte, gefährdeten.
    
    Nori hatte sich indessen durch die schweren Vorhänge gequält und gegen die Brandschutztür gestemmt, froh darüber, der Gegenwart Jasmins und Bonians entkommen zu sein. Ihre Gedanken rasten, genährt durch intensive Angst um das eigene Leben und jenes von Christian. Wie konnte sie jetzt noch mit ihm zusammen fliehen und irgendwo auf dieser Welt ein neues Leben beginnen?
    
    „Hey du Lederschlampe! Soll ich nicht eben schnell auch bei dir eine Leitung verlegen?"
    
    Die Domina drehte sich nochmals zur Brandschutztür um, sie hatte beim Betreten des Ganges niemanden bemerkt. Doch jetzt sah sie jenen Kerl, der vor einigen Minuten auf der Bühne über das Kabel gestolpert war, seinen Kopf aus einer Wartungsklappe stecken. Höhnisch grinsend winkte ihr dieser unverschämte Typ zu und ließ seine Zunge im offen stehenden Mund kreisen.
    
    Zu seinem Erstaunen kehrte Nori tatsächlich um, hockte sich vor die Klappe und blickte dem hageren Chinesen in die Augen. Keine Regung, kein Anzeichen verriet ihre Gedanken, selbst ihr Gesicht ließ keine Rückschlüsse auf ihre Empfindungen zu.
    
    Langsam hob die Domina ihre rechte Hand, streichelte über die linke Wange des Mannes, während sie ihren Oberkörper leicht nach vorne ...
    ... beugte und mit der freien linken den Reißverschluss ihres Overalls etwas nach unten zog und ein Stück ihres Ausschnittes freilegte.
    
    Ließ sie sich wirklich darauf ein? Hatte dieses geile Stück wirklich Lust auf einen kleinen Fick? Der Kopf dieser kleinen Schlampe näherte sich tatsächlich dem seinen. Ein wenig knutschen bevor es zur Sache ging? Warum auch nicht? Konnte sie gerne haben.
    
    Wangs Lakai grinste breit und streckte ihr sein Gesicht entgegen. Kurz bevor sich ihre Lippen berührten, schlug etwas hart gegen seinen Kopf. Stechender Schmerz fraß direkt in sein Gehirn, dann spürte er auch schon den nächsten Einschlag. Immer wieder, bis auch seine Nase frontal getroffen wurde, die nachzugeben schien. Während er noch röchelnd zusammenbrach und sich seinen Schmerzen hingab, hörte er die Stiefelabsätze dieser Frau auf dem Gang verhallen. Nori aber fühlte sich jetzt besser. Immer noch hatte sie den hohlen Klang des stählernen Türchens im Kopf, die sie diesem Idioten so brutal vor den Kopf geschlagen hatte. Den Stiefeltritt hätte es vielleicht nicht mehr gebraucht, doch wollte sie sicher gehen, dass er auch wirklich liegenblieb.
    
    Und wenn er bei Wang petzen ging? Die Domina grinste. Dann würde sie eben behaupten, lediglich das Eigentum des Paten verteidigt zu haben und dessen Besitzanspruch an sie, letztlich gegen ihn verwenden.
    
    Vierzigster Tag, Bangkok, nachmittag
    
    Maria Silami kümmerte sich rührend um „ihre" Männer. Beinahe stündlich drehte sie ihre Runde, versorgte die ...
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