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Eine Pflanze mit Pfiff Kapitel 02
Datum: 30.12.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor
... vor, wie vor dem Kühlschrank, allerdings war ihr Kopf wesentlich tiefer gesenkt. „Na, geht's?", fragte ich sie mit einer leicht besorgten Stimme und sie drehte ihren Kopf in meine Richtung. Kein wirklich schöner Anblick. Ihr Liedschatten und Kajalstift war von den Tränen, die geflossen waren, verschmiert und ein lang gezogener Speichelfaden hing aus dem linken Mundwinkel. Wortlos reichte ich ihr die Küchenrolle und sie nahm diese dankend an. Dann riss sie ein großes Stück Tuch davon ab, konnte es aber nicht benutzen, da ein weiterer Schwall ihres Mageninhalts den Weg nach draußen suchte und fand. Schnell drehte sie ihren Kopf wieder Richtung Schüssel und opferte ein weiteres Mal. Währenddessen setzte ich mich auf den Rand meiner Badewanne und sah mir das Schauspiel an und dachte nur insgeheim, dass Nadja noch Glück gehabt hatte. Immerhin wurde sie wieder los, was sie zu sich genommen hatte. Bei mir war es anders gewesen. Nadja nahm es mir nicht krumm, denn ich hatte ihr ja gesagt, was bei mir passiert war und so saßen wir schon eine halbe Stunde später wieder im Wohnzimmer und diskutierten über das, was wir erlebt hatten. Nadja und ich verglichen dabei unsere Eindrücke, die wir gehabt hatten und kamen auf ähnliche Empfindungen. So gesehen hatte die Pflanze auf uns beide dieselben Auswirkungen, zumindest was den Duft betraf. Irgendwann stellte ich dann die Frage, was wohl passieren würde, wenn man etwas von der Pflanze aß. Beide sahen wir dabei in Richtung ...
... der Blumen und konnten es uns nicht vorstellen, wollten es aber an diesem Abend auch nicht mehr ausprobieren. Darum beschlossen wir, uns schon am nächsten Wochenende noch einmal zu treffen, um es auszuprobieren. Um ehrlich zu sein, konnte ich das nächste Wochenende kaum abwarten. Ich machte mir immer wieder Gedanken darüber, ob sich in der Pflanze noch mehr Geheimnisse versteckten oder ob der Heißhunger den man bekam, alles war. Gerne hätte ich es schon zuvor ausprobiert, aber ich hatte einen gewaltigen Respekt vor dem Gewächs. Immerhin konnte ja etwas passieren, was einen etwas Dummes machen ließ und das wollte ich nicht riskieren. Also musste ich auf das Wochenende warten. Wenn man auf etwas wartet, schleicht die Zeit nur so dahin und so war es dieses Mal nicht anders. Was war ich froh, als das Klingeln an meiner Tür, Nadjas Ankunft anzeigte. Ich ging zur Tür und ließ sie ein, während ich wieder einmal über ihr Outfit staunte. Diesmal eine schwarze Jeans mit einer darüberhängenden grasgrünen Bluse und gleichfarbigen Pumps. Im Wohnzimmer nahmen wir unserer gewohnten Plätze ein. Sie auf dem Sofa, ich in meinem dicken, bequemen Sessel, der wie für mich gemacht schien. Wir unterhielten uns zuerst nur ein wenig, ohne auf unser eigentliches Anliegen zu kommen. Vielleicht hatten wir beide Angst davor, obwohl der Ausdruck Angst wohl falsch war. Respekt wäre wohl eher richtig gewesen. Doch irgendwann kamen wir natürlich auf das Thema und blickten zu den Blumen herüber, die ...