1. Eine Pflanze mit Pfiff Kapitel 02


    Datum: 30.12.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor

    ... sich seitdem nicht verändert hatten. Sie standen wie immer in der Ecke und sahen vollkommen unschuldig aus. Niemand der es nicht wusste hätte vermutet, welche Auswirkungen sie hervorriefen.
    
    Wir wussten es ebenfalls nicht, und wenn wir schon auf den Duft so stark reagierten, was geschah erst, wenn wir davon aßen.
    
    Diese Frage stand uns in die Gesichter geschrieben und wir wollten diese lösen. Vielleicht passierte ja gar nichts, immerhin war es eine der Möglichkeiten und wahrscheinlich. Es konnte genauso sein, dass man noch mehr Hunger bekam, aber war kaum möglich. Unsere Mägen hätten sich dagegen gewehrt, da war ich mir sicher. Doch um es herauszubekommen, mussten wir es ausprobieren.
    
    „Was meinst du?", fragte ich Nadja, „womit wollen wir anfangen? Ich denke wir probieren erst einmal ein Blütenblatt, wobei ich vorschlagen möchte, dass es nur einer von uns zu sich nimmt. Dann kann der andere aufpassen, dass nichts passiert!"
    
    Nadja war derselben Meinung und ich ging zu den Blumen und zupfte einige der Blütenblätter ab um sie auf einen Teller zu legen. Dabei achtete ich allerdings genau darauf, dass mein Kopf den Blüten nicht zu nah kam, denn ich wollte den Geruch nicht in die Nase bekommen.
    
    Dann ging ich zurück, stellte den Teller mitten auf den Tisch und setzte mich in meinen Sessel zurück. Daraufhin saßen Nadja und ich da und starrten auf die dunkelblauen Blätter ohne eine Reaktion zu zeigen.
    
    Eine Minute später meinte ich dann: „Also, vom Ansehen werden wir es ...
    ... nicht herausbekommen. Wir müssen uns nur einigen, wer das Versuchskarnickel ist!"
    
    Dann sah ich Nadja fragend an. Sie sah mich ebenfalls an und meinte nur: „Der Letzte, an dem ein Experiment gemacht wurde, war ich, also ist es nur fair, wenn du anfängst.
    
    Außerdem ist es deine Pflanze."
    
    Wie wahr, diesen Argumenten konnte ich mich nicht verschließen. Also beugte ich mich vor, nahm eines der Blätter zwischen Daumen und Zeigefinger und sah es mir aus größerer Nähe an.
    
    Das Blau war gleichmäßig über das ganze Blatt verteilt und zeigte keine Abweichungen, dazu fühlte es sich weich, fast samtig an. Dann gab ich mir einen Ruck, und während ich jetzt Nadja ansah, legte ich es mir im Mund auf die Zunge, den ich daraufhin schloss.
    
    Auch hier auf der Zunge fühlte es sich ganz leicht und weich an, gab aber keinen bemerkbaren Geschmack ab. Es verhielt sich vollkommen neutral. Auch als ich es mit Speichel benetzte, wurde es nicht anders.
    
    Immer noch sah ich Nadja dabei an und ich konnte die Neugierde in ihren Augen lesen. Sie starrte mich gebannt an, als wenn sie eine sofortige Reaktion von mir erwartete. Die kam aber noch nicht.
    
    Mutiger geworden begann ich jetzt das Blatt zu zerkauen und was dann geschah, war schon überraschend.
    
    Hatte das Blatt zuvor nach nichts geschmeckt, wandelte es ich auf einmal genau in das Gegenteil. Der Geschmack explodierte geradezu in meinem Mund und eine genussvolles „Mmmmhhhh!" wurde hörbar.
    
    Ich hatte den Eindruck, als wenn mein Mundraum ...
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