1. Die Burg Kapitel 12/Ende


    Datum: 06.01.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor

    ... wollen. Seid ihr dazu bereit? Ich bin es seit einer langen Zeit!"
    
    Ich wusste genau, wenn ich es jetzt nicht tun würde, dann niemals. Ich würde versuchen einen Weg zu finden, mit ihr zu leben, ohne diesen Schritt zu gehen, doch es würde nicht funktionieren. Es würde sie nicht glücklich machen, und wenn sie es nicht war, konnte ich es ebenfalls nicht sein.
    
    Darauf vorbereitet war ich nicht, aber ich fragte mich gleichzeitig, ob ich das jemals sein konnte. Also hieß die Devise, Augen zu und durch. So einfach war es.
    
    Ich sah sie an und mir wurde etwas nebelig oder besser gesagt, schwindelig. Die Entscheidung wollte ich nicht mehr aufschieben. Also nickte ich, ohne mir wirklich darüber im Klaren zu sein. Vielleicht war es besser so.
    
    „Kommt in einer Stunde auf den Friedhof. Ihr werdet mich dort finden."
    
    Dann ließ sie mich los und verschwand mit schnellen Schritten aus dem Saal.
    
    Ich habe in meinem Leben niemals darüber nachgedacht, was eine Stunde ist. Sechzig Minuten aufgeteilt in ebenfalls sechzig Sekunden. Warum diese Anzahl konnte, ich nicht sagen, aber dass das Empfinden von Zeit variierte, das wurde mir jetzt besonders bewusst. Die Zeit schlich dahin und ich meinte, sie würde nicht vergehen. Doch ich hielt es solang aus, wie mir gesagt worden war. Nicht eine Minute früher ging ich los.
    
    Es war dunkel, und da mich die Gräfin dieses Mal nicht führte, stolperte ich mehrmals, fiel zum Glück nicht hin. Nur undeutlich erkannte ich den Weg, dafür das Ziel umso ...
    ... besser denn das eigenartige Leuchten, was ich bereits kannte, lag wieder vor mir. Allerdings glaubte ich, dass es heller war als zuvor. Es war so ausgeprägt, dass sich eine Lichtkuppel über den Friedhof wölbte.
    
    Erst als ich um die Biegung kam, konnte ich erkennen, warum es so war.
    
    Die einzelnen Gräber leuchteten unheimlich hell, als wenn sie von innen angestrahlt wurden und die Steine durchlässig waren.
    
    Als ich bei den ersten Steinen ankam, nahm ich Bewegungen wahr. Ich blieb stehen und meinte Gestalten durch die Steine hindurch kommen zu sehen, die sich vor den Gräbern verdichteten. Nur wenig später, standen vor den Gräbern aufgereiht, leuchtende Wesen, die ihr Licht zu dem allgemeinen dazusteuerten.
    
    Diese Wesen standen in einer Art Spalier und drehten ihre Köpfe in meine Richtung. Sie sahen mich an, ohne sich zu bewegen. Dann sah ich mir die erste Gestalt an meiner rechten Seite an und wusste sofort, wen ich dort vor mir hatte. Es war Dorlein, die ihren Kopf leicht vor mir verbeugte, als sie bemerkte, dass ich sie ansah. Demzufolge musste der Mann neben ihr, der mich mit einer herrischen Mine ansah, Endres von Maiden sein.
    
    Wenn dies stimmte, dann mussten hier meine Vorfahren und die der Gräfin stehen. Je weiter man nach hinten kam, umso älter werdend.
    
    Während ich das Gesamtbild auf mich wirken ließ, hörte ich auf ein leise schabendes Geräusch. Ich sah nach vorne und konnte erkennen, wie sich die beiden Tore in der Felswand öffneten. Sie schwangen langsam auf ...
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