1. Die Burg Kapitel 12/Ende


    Datum: 06.01.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor

    ... Tränen auf sie hernieder tropften. Sie schrie auf, zog mich mit ihren Beinen fest an sich heran, wie es ging, und entlockte mir jeden Tropfen, den ich in mir hatte. Dann brach ich über ihr zusammen.
    
    Doch nicht lange lag ich dort, wusste ich doch, was gerade passiert war. Also stützte ich mich auf meine Hände auf und sah herunter. Sie lächelte mich an und sagte leise: „Nicht traurig sein. Es gab keinen anderen Weg. Du wirst immer in meinem Herzen wohnen."
    
    Mit diesen Worten drückte sie mich hoch. Widerwillig stieg ich von ihr, obwohl ich wusste, dass es sein musste. Ich hatte sie in dem Moment verloren, als ich mich in ihren Bauch ergoss. Das war mir klar.
    
    Während ich auf dem Stein saß, stand sie auf und drehte sich, dass die dem Grafen von Maiden in die Augen sehen konnte.
    
    „Es ist genüge getan!", sagt sie jetzt mit zitternder Stimme. „Seht her, euer und unser Geschlecht hat sich freiwillig miteinander verbunden, nun haltet euer Versprechen und entlasst uns aus eurem Fluch!"
    
    Endres von Maiden erhob sich von seinem Stuhl und verbeugte sich tief vor Genefe. Dann setzte er sich zurück. Die Gräfin trat vor und setzte sich jetzt neben ihn auf den letzten Freien. Dann sah sie mich an und nickte einmal mit dem Kopf in meine Richtung, der von Sekunde zu Sekunde alterte. Es war wie ...
    ... bei Dorlein, nur schneller.
    
    Während mir jetzt immer mehr Tränen über die Wangen liefen, verging ihr Körper in Windeseile und schon wenig später, saß ein weiteres Skelett vor mir.
    
    Auch die Gesichter der Gestalten, die sich über die Schädel der anderen gelegt hatten, wurden blasser und Sekunden später, waren sie verschwunden. Alleine die brennenden Fackeln erhellten den Raum.
    
    Weinend zog ich mich an und verließ mit gesenktem Kopf die Höhle. Draußen kam mir ein kalter Wind entgegen, der mich klarer denken lies.
    
    Auch hier draußen war es dunkler als zuvor, denn das geheimnisvolle Glühen hatte aufgehört. So stolperte ich langsam den Berg zur Burg herunter und saß wenig später in der Kemenate. Hier machte ich das Feuer an und saß die ganze verbleibende Nacht in dem Sessel, in dem die Gräfin gesessen hatte. Dabei meinte ich sie riechen zu können, wenn ich meine Nase in die Rücklehne drückte.
    
    Ich fühlt mich alleine, konnte den Verlust nicht verschmerzen und sehnte mich danach, sie wiederzusehen.
    
    Morgen war Vollmond, soweit ich es weiß und ich habe mich entschlossen. Diese Aufzeichnungen werde ich so hinlegen, dass Conlin sie finden wird. Vielleicht wird sie irgendwann jemand lesen. Ich hoffe, dass es Morgen klappt.
    
    Wenn es so ist, wird dies der letzte Satz sein, den ich schreibe. 
«12...16171819»