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Die Burg Kapitel 12/Ende
Datum: 06.01.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor
... führen. Hatte ich gedacht, dass wir ins Haupthaus gehen würden, täuschte ich mich. Stattdessen ging sie auf das Tor zu und wenig später standen wir vor der Burg. Es war inzwischen dunkel geworden und der Neumond warf wenig Licht. Genauso war es mit den Sternen, die zwar ihr Bestes gaben, aber wenig Beisteuern konnte. Trotzdem ging die Gräfin mit traumwandlerischer Sicherheit um die Burg herum. Schon wenig später waren wir am Weg zum Friedhof angekommen und bogen dort ab. Sehen konnte ich so gut wie nichts. Doch durch die gute Führung von ihr, stolperte ich nicht ein einziges Mal. Als wir beim eisernen Tor ankamen, wurde es durch die seitlich aufragenden Felswände noch dunkler und ich konnte meine Hände nicht mehr vor Augen sehen. Doch weiter vor uns, schien ein seltsames Licht. Es war nicht hell, mehr wie der silbrige Schein des Mondes. Wir gingen darauf zu und kamen an die Biegung, hinter der der Friedhof war. Als ich ihn erblickte, blieb ich einen Moment stehen, denn so etwas hatte ich noch nicht gesehen. Die Gräber schienen aus sich selber zu leuchten und gaben das seltsame Licht ab. Ich hatte den Anblick noch nicht richtig verdaut, als mich die Gräfin weiterzog. An den ersten Grabplatten angekommen, wurden ihre Schritte langsamer und sie schritt die linke Reihe langsam ab. Dies war die Reihe ihrer eigenen Familie und sie blieb vor jedem Grab stehen, verbeugte sich kurz nannte einen Namen, den ich nicht verstand, und ging zum nächsten. Am Ende ...
... angekommen, wechselten wir die Seite und gingen die gegenüberliegende Seite zurück. Wieder folgte das gleiche Schauspiel, bis wir vor der letzten Grabplatte mit dem ausgemeißelten Namen standen. Hier sagte sie keinen Namen, stand einen Moment regungslos davor. Wobei ich fühlen konnte, wie ihre Hand leicht zitterte. Dann ließ sie mich los und machte einen Schritt nach vorne auf die Platte. Ein Zweiter folgte und wenig später, stand sie mitten darauf. Hier angekommen, hatte ich den Eindruck, als wenn das seltsame Leuchten an ihr herauf kroch. Schon eine halbe Minute später war sie davon eingehüllt und schien sich zu verstärken. Fasziniert sah ich zu, konnte meinen Blick nicht abwenden, obwohl ich meinte, links neben mir Bewegungen war zu nehmen. Auf einmal hob die Gräfin ihre Arme und löste das Haarnetz, welches sie mit einer Hand abzog und mit ausgestrecktem Arm neben die Platte fallen ließ. Dichtes, in der schwachen Beleuchtung, schwarz wirkendes Haar, fiel über ihre Schulter bis zur Taille herab. Dann griff sie selber hinter sich und öffnete die Verschnürung auf ihrem Rücken, zog sie weiter auseinander, bis es sich soweit gelockert hatte, wie sie es haben wollte. Jetzt konnte sie mit wenigen, geschmeidig wirkenden Bewegungen, ihre Arme aus den Ärmeln befreien, wobei die Schulterstücke gleichzeitig von den Schultern rutschten. Von nichts mehr gehalten, als ihren Händen, rutschte das Kleid weiter herunter, soweit sie es zuließ. Ihr Oberkörper war wenige Sekunden später ...