1. Grober Sand 03


    Datum: 10.01.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: byLoreleyColter

    Oh Gott, wo bin ich, was ist ...
    
    Ich will aufspringen, aber mein Körper gehorcht mir nicht. Da bewegt sich gar nichts.
    
    Arme ... Da sind Arme, die sich um mich schlingen. Die Panik in mir sagt, dass ich sie los werden muss! Aber eigentlich ist es doch angenehm ... Das Adrenalin verebbt wieder.
    
    Ordne deine Gedanken. Erinnere dich. Ich lehne mich gegen den warmen Körper hinter mir.
    
    Das erste, was mir in den Sinn kommt, sind Elektroschocks.
    
    Oh ... Peinlich. Ich ... Hm. Sein Name ist Chuck. Nachdem sie meinen verletzten, kahlgeschorenen Folterknecht mitgenommen hatten, kam der zurück, der Chuck heißt. Ich mag ihn nicht. Er tut mir weh.
    
    Ich will den Kopf schütteln, um den Nebel zu vertreiben und einen klaren Gedanken zu fassen, aber mir fehlt die Kraft. Stromschläge ... Ja, die Erinnerung kehrt doch langsam zurück. Er hat Kabel an die Gitterstäbe gebunden und dann ... Oh nein. Schmerz, Schmach ... Ich habe auf den Boden gepisst.
    
    Das war seine Schuld. Meine Muskeln haben unkontrolliert gezuckt, der Schmerz hat alles erstickt, die Kontrolle ging verloren ... Seine Schuld.
    
    Meine Augen fallen wieder zu.
    
    -----------------
    
    Sie schaudert und weckt mich damit auf. Mein Körper ist völlig steif. Nur mit Mühe kann ich die Lider öffnen, und ich versuche mich zu orientieren.
    
    Ah, ja. Ich bin in der Zelle. Das Mädchen liegt in meinen Schoß, sie bewegt sich ein wenig, aber scheint noch zu schlafen. Vorsichtig taste ich nach ihrer Halsschlagader. Der Puls hat sich ...
    ... beruhigt, sie hat die Nacht überstanden.
    
    „Bane, was zur Hölle tun Sie da?"
    
    Wie ich diese Stimme hasse. Meine Nackenhaare stellen sich auf. Elender Scheißkerl, seine Lieblingsbeschäftigung besteht darin, seinen Untergebenen das Leben zur Hölle zu machen.
    
    Ruhig bleiben. Nicht schnippisch werden.
    
    „Sir, wäre es Ihnen lieber, wenn sie am Schock gestorben wäre?" Ich höre selbst, dass meine Stimme ätzend klingt. Wie war das mit dem nicht schnippisch werden? Was ist nur aus meiner Selbstbeherrschung geworden, auf die ich früher so stolz war?
    
    Der Colonel seufzt. „Nein, Sergeant. Das heißt aber nicht, dass Sie mit Ihrem Subjekt kuscheln sollen."
    
    Subjekt? Ich spüre die Wut zurückkehren. Noch bin ich ein wenig benommen, aber der Gefühlsteppich aus Angst, Frust und Hass nimmt nach wenigen Augenblicken erneut die Dicke an, die er sich in den letzten Monaten erarbeitet hat. Ich sehe wieder klarer. Diese psychische Belastung war es, die mich dazu getrieben hat, alle Moral über Bord zu werfen und meine Aggressionen an der Frau auszulassen, die er als Subjekt bezeichnet. Aber nach dieser Nacht, nachdem ich erkannt habe, was sie mit ihr gemacht haben, während ich weg war, und nachdem sie mich sediert haben, bin ich wieder mehr ich selbst.
    
    Vorsichtig schiebe ich die Frau von meinen Beinen und halte einen Moment inne, um meiner Blutzirkulation die nötige Zeit zur Widererlangung der vollen Versorgung aller Körperteile zu gönnen. Ich schaffe es, mich ohne größere Verzögerung ...
«1234...11»