1. Die Burg Kapitel 02


    Datum: 30.04.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor

    ... nahm ich an, behielt es jedoch für mich.
    
    Eine viertel Stunde später kam der Wirt mit einem Frühstück herein, welches für ihn angemessen gewesen wäre. Es spiegelte die Menge wieder, die er wahrscheinlich zu sich nahm. Es war eine Schlachtplatte mit zehn verschiedenen Wurstsorten, dazu mehrere herrlich duftende Käsescheiben und zu meinem Erstaunen, frischgebackenes Brot. Zumindest duftete es herrlich und war sehr weich, während die Kruste zwischen den Zähnen knackte.
    
    Einfaches, natürliches, ehrliches Bauernbrot ohne Zusatzstoffe, genau das, was man vor einem Ausflug brauchte.
    
    Mit großem Appetit verschlang ich, gegen meine sonstige Angewohnheit, drei große, dick belegte Brote und trank einen aromatischen Kaffee, den ich ebenfalls serviert bekommen hatte.
    
    Wenn der Wirt auch brummelig war, machte sein Essen alles wett. So war es mir jedenfalls lieber, als ein freundlicher Wirt, dessen Essen nicht schmeckte.
    
    Nach dem Frühstück ging ich zum Tresen, hinter dem der Wirt dabei war, neue Flaschen einzusortieren. Ich wartete darauf, dass er mich ansah, und meinte zu ihm: „Ich würde mich gerne darüber erkundigen, was man sich hier in der Gegend anschauen könnte. Was können sie mir empfehlen!"
    
    Er kratzte sich am Kopf, doch man konnte sehen, dass ihm zu diesem Thema nicht viel einfiel. „Also, wir haben jede Menge Natur, ein paar alte Häuser, die es lohnt, sich anzuschauen. Sie können auch eine Wanderung machen. Es gibt viele schöne Wege hier, die es sich lohnt, entlang ...
    ... zu laufen, aber sonst fällt mir dazu nichts ein!"
    
    „Und was ist mit der Burg?", fragte ich irritiert, denn immerhin war sie wohl das Interessanteste in der Gegend.
    
    „Privatbesitz. Die Gräfin sieht es nicht gerne, wenn sich Fremde der Burg nähern. Auch wenn sie von ihr eingeladen wurden, würde ich darauf warten, dass sie sie zu sich bittet. Vorher wird sie nicht das Tor öffnen. Wahrscheinlich ist sie im Moment auch nicht da!"
    
    Ich nickte als Dank für diese erschöpfende Auskunft, schnappte mir meine Jacke und verließ die Gastwirtschaft. Draußen holte ich in der glasklaren Luft tief Atem und ging einfach los.
    
    Es gab im Dorf wirklich interessante, alte Gebäude, die mir den Eindruck vermittelten, dass hier alles aussah, wie es vor zweihundert Jahren ausgesehen hatte. Keines der Häuser erschien mir, neueren Datums zu sein. Überall Fachwerk, zumeist zweistöckig mit kleinen Fenstern. Eigentlich ein Touristenparadies, wenn man darauf aus wäre, Ruhe zu genießen. Dieser Eindruck verstärkte sich noch, als ich keinen Menschen antraf. Ich hörte sie zwar, sehen konnte ich keinen von ihnen.
    
    Nun ist das mit alten Häusern bei mir, wie der zwanzigste Schluck eines guten Weines. Irgendwann wird es langweilig für die Augen und somit für mich. Also trabte ich zurück zum Gasthaus, es bildete den Mittelpunkt des Ortes. Hier sah ich mir den kleinen Brunnen auf dem Vorplatz an, der sicher als Marktplatz genutzt wurde, sofern hier ein einer stattfand.
    
    Dieser Brunnen war aus Sandstein in ...
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