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Der Kotzbrocken
Datum: 10.05.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54
... negativ wahrgenommen hatte, sollte so anders sein? Felicitas sah Andrea zweifelnd an. Die nickte ihr zu und meinte: "Probiere es einfach aus. Wenn du der Meinung bist dass es klappt, dann sag Ja, wenn nicht, dann nicht." Felicitas holte tief Luft, schloß kurz die Augen und stieß die angehaltene Luft stoßartig aus. "Nun gut. Fabi, er soll reinkommen." "Juhuuuuuu!" Mit diesem Ausruf der Freude rannten Fabienne und Laura aus dem Zimmer, schauten sich um und sahen Hans-Werner gebeugt in einiger Entfernung auf einem Stuhl sitzen. Sie eilten auf ihn zu, griffen ihn bei den Händen und strahlten ihn an. "Mami sagt du sollst kommen, Onkel Hans." Ungläubig stand er auf und lies sich von den beiden zum Krankenzimmer ziehen. Langsam trat er ein, als sei er sich nicht sicher, was ihn erwartete. * Felicitas Wagner blickte ihn prüfend und ernst an. Hans-Werner ging an ihre rechte Seite, nahm ihre Hand und räusperte sich. "Frau Wagner, ich möchte Sie um Verzeihung bitten für all die Ungerechtigkeiten und Bosheiten, die ich ihnen an den Kopf geworfen habe. Es tut mir unendlich leid, denn was ihnen passiert ist, das habe ich nicht gewollt. Sagen Sie mir, was ich für Sie tun kann." Felicitas schluckte ob der unerwarteten Worte. Sie überlegte einen kleinen Augenblick. "Ich möchte Sie auch um Vergebung bitten wegen des Kraftausdruckes, den ich ihnen gegenüber angewendet habe, Herr Harting." "Ach das, das war doch nur gerechtfertigt und ist in der ...
... Zwischenzeit längst vergessen und begraben. Ich hoffe, dass ich nie mehr so einer sein werde. Ihr Unfall hat mich sehr betroffen gemacht und alles bei mir wieder ins Rechte gerückt. Ich werde Ihnen all die Unterstützung geben, die Sie brauchen, um wieder vollständig gesund zu werden." "Nicht doch, Herr Harting, ich bin ja so froh, dass Sie sich um meine Mädchen kümmern. Das war meine allergrößte Sorge gewesen. Dafür bin ich Ihnen sehr dankbar. Die Kinder sehen etwas in Ihnen, dass mir bisher verborgen war." "Aber Frau Wagner, das ist doch eine Selbstverständlichkeit. Ich musste mich einfach um sie sorgen. Sollte ich vielleicht zulassen, dass sie in ein Heim gesteckt werden, bis sie wieder aus dem Krankenhaus kommen. Und danach noch die REHA. Das wollte ich den Kleinen nicht zumuten." "Herr Harting . . . . " Andrea schnaubte heftig die Luft durch ihre Nase. "Frau Wagner, Herr Harting. Mensch, er heißt Hans-Werner und sie ist Felicitas. Ihr seid ja so förmlich wie alte Leute, dabei seid ihr beide noch jung und habt euer ganzes Leben vor euch. Ich kann da gar nicht mehr zuhören." Hans-Werner lachte. Das sagte seine Schwester, die sechs Jahre jünger war als er. Er beugte sich nach vorne und ergriff die rechte Hand der Patientin. "Felicitas, ein schöner Name. Er passt zu einer schönen Frau, wenn ich das sagen darf. Also, ich bin Hans-Werner, wie vielleicht schon gehört und nicht ( dabei warf er Andrea einen mißbilligenden Blick zu ) HaWe, wie mich meine Schwester ...