-
Der Kotzbrocken
Datum: 10.05.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54
... zuwinkten. „Hallo, Oma, wir sind gleich wieder da." „Oma" Harting nickte und sah neugierig, wie Hans-Werner und Frau Wagner auf sie zugingen. Ihr Sohn hatte eine sehr merkwürdige Gangart, gebückt, verkrampft und beide Hände vor seinem Unterleib verschränkt. Als sie ihn umarmen wollte, schob er sie von sich. Dadurch erhaschte sie einen Blick auf den großen, dunklen Fleck auf seiner Leinenhose. „Zieh dich bitte um, HaWe, bevor die Kinder das sehen", meinte sie und kicherte leise. Diese Frau, die das ausgelöst hatte wollte sie näher kennen lernen. * Hans-Werner zog sich um, lud die ganzen Sachen von Felicitas ins Gästezimmer und brachte die restlichen Einkäufe in die Küche, wo er den Kühlschrank und den Vorratsschrank befüllte. Nach einigen Jahren der Erfahrung wußte er, wie das geht, nur hatte die Menge erheblich zugenommen. Fabienne und Laura warteten schon ungeduldig auf ihre Mutter und Hans-Werner. Sie hatten ihre neuen Badeanzüge an und hatten das „vielleicht dürft ihr in den Pool" ihrer Mutter als „dann dürft ihr in den Pool" ausgelegt. Felicitas hatte sich inzwischen mit Hans-Werners Mutter bekannt gemacht, die sie jetzt zum ersten Mal sah. Die beiden Frauen waren sich vom ersten Augenblick sympathisch. Marianne umarmte Felicitas vorsichtig und führte sie dann zur Sitzgruppe auf die Terrasse. Felicitas streckte sich entspannt in dem Korbsessel aus und stellte ihre Krücken beiseite. Dann folgte ein Frau zu Frau Gespräch, wie Felicitas ihren Sohn ...
... kennen gelernt hatte und über die weitreichenden Auswirkungen dieser ersten und der folgenden Begegnungen. „Du glaubst gar nicht wie froh ich bin, Felicitas, dass du HaWe wieder auf den richtigen Weg gebracht hast. Nur noch einige Zeit mehr und und er hätte nicht mehr in ein normales Leben zurück gefunden. So wie er gelebt hat, das war schon selbstzerstörerisch. Aber deine Kinder und du habt ihm wieder den Kopf gerade gerückt." „Vor allem meine Kinder", erwiderte Felicitas. „Ich war regelrecht geschockt, als ich im Krankenhaus gesehen habe, wie vernarrt die beiden in ihn waren. Und ich hatte ihn bis auf den Grund meiner Seele gehasst. Aber Fabi und Laura haben großen Anteil daran, dass sich meine Meinung über deinen Sohn radikal geändert hat." Hans-Werner brachte ganz der „Gentleman" Kaffee und Kuchen auf die Terrasse und Orangensaft für die Mädchen. „Du hast ihn ganz gut erzogen", sagte Felicitas zu Marianne und grinste Hans-Werner herausfordernd an. Er entschloß sich ihr kein Kontra zu geben und hörte statt dessen aufmerksam zu. „Na ja, es ist alles noch ein wenig eingerostet, aber das wird schon", erwiderte seine Mutter „und wenn du ihn gut behandelst, dann wird er dich auf Händen tragen, so wie es mein Göttergatte mit mir macht. Wie das geht, das hat er ja bei uns gesehen." Felicitas lief ein wohliger Schauer über den Rücken. Ihre Fantasie war wieder drauf und dran mit ihr durchzugehen. Sie riss sich mühsam zusammen. „Ach Marianne, ich glaube, da muss ich ...